Baumann Bergmann Pokinsson

Drei Personen posieren kreativ zwischen bunten Blöcken mit Aufschriften, die die Atmosphäre des Elbenwald Festivals widerspiegeln. Der Hintergrund ist schlicht, um die lebendigen Farben der Blöcke und die Ausdrucksformen der Teilnehmer hervorzuheben.
Baumann Bergmann Pokinsson, Foto: Juliane Rudolph

Die Aufzählung ist ein bewährtes Stilmittel, um einen Text anzufangen, wenn einem sonst nix einfällt. Das würde dem Autoren dieser Zeilen natürlich nie passieren (ähem), der den Ansatz lieber für maximale Verwirrung wählt, um auf einen anderen Autoren hinzuleiten, dem das ebenfalls nie passieren würde. Also von vorn:

Edna bricht aus. The Whispered World. A New Beginning. Harveys neue Augen. Die Deponia-Trilogie. Sorry, Quadrologie. Wobei, eigentlich Tetralogie, oder? Egal!

Wenn du jetzt denkst „Hey, ist das nicht die Crème de la Crème deutscher Adventurespiele zwischen 2008 und 2016?“, dann liegst du goldrichtig! Und wenn du dich im Anschluss fragst, was das mit dem Elbenwald Festival zu tun hat: gar nix. Naja, fast.

An all diesen Games hat Jan „Poki“ Baumann (geboren Müller-Michaelis) gearbeitet, seines Zeichens Mitbegründer von Daedalic Entertainment. Das Debütspiel Edna bricht aus hat er sogar fast im Alleingang entwickelt und mein Herz schon vor dem Öffnen der Packung erobert, nur weil da stand: „Von den Machern Von den Leuten, die Monkey Island gut finden.“

Die Hausband der Gamesbranche

Nun ist Poki nicht nur Autor, Illustrator, Animator, Designer, Programmierer und verdammt witzig, sondern auch Musiker! Und 2020 ließ er die Spieleentwicklung hinter sich, um sich voll auf die Musik zu konzentrieren. Hier ist er bereits seit über zehn Jahren mit seinen beiden Lieblingsmenschen Anne Baumann und Gunnar Bergmann als Baumann Bergmann Pokinsson (BBP) unterwegs. Die Selbstbeschreibung:

Baumann Bergmann Pokinsson ist [eine] leicht verschrobene Hamburger Indie-Rock-Band. Das Trio [spielte] über 10 Jahre als satirischer Singer-Songwriter-Act in Szenekneipen auf St. Pauli, bevor sie als Hausband der Gamesbranche eine obskure Art von Prominenz erlangten.

Damit ist der Stil der Band beschrieben, aber irgendwie auch nicht. BBP ist Indie-Rock mit Herz und bedient eine Skala, die von „Messerscharfe Texte“ bis „Absurd Albern“ reicht. Die Songs sind stets energiegeladen und triefen vor Wortwitzen, Alltagsbeobachtungen und Eskapismus. Kurzum: Das passt perfekt aufs Elbenwald Festival! Doch damit zu einer BBP-Innovation, die du sonst nirgends findest:

Das Genre der Musikvideospiele

So ganz konnte sich Poki nämlich nicht von den Games trennen und hat sich mit seiner Band etwas ganz besonderes ausgedacht: Musikvideospiele! Was das ist, lassen wir ihn kurz selbst erklären:

„Es ist wie ein Musikvideo, aber man kann den Protagonisten des Musikvideos steuern und dann muss man kleine Aufgaben erledigen. Nee, kein Spiel. Ein Musikvideo. Also wie ein Musikvideo. Ein interaktives Musikvideo. Eine Art Schulterschluss zwischen … es ist ein Musikvideo. Ein Musikvideospiel.“

Ein Beispiel dafür ist das sehr kurzweilige Spiel, sorry: Musikvideospiel Dünnes Eis, den Song betten wir unten ein. Und wenn dir solche horizonterweiternden und genreverbiegenden Ansätze gefallen, darfst du dich freuen: Noch 2026 erscheint ein weiteres solches Projekt namens Die letzten Tage der Vernunft. Als Wartezeitüberbrückung seien derweil die ersten drei Alben von Baumann Bergmann Pokinnson empfohlen. Die findest du, wie in einem klassischen Adventure, durch einen beherzten Klick!

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