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Tim | 03.02.2026

Filmtitel-Grafik für „The Hunt for Gollum“ vor einem nebligen, mysteriösen Hintergrund. Eine grünliche, dunstige Landschaft mit einem rötlich schimmernden Flusslauf oder Pfad, der in die Ferne führt. Der Text ist in einer klassischen Serifenschrift zentra

The Hunt for Gollum: Alles, was wir wissen! Und alles, was wir vermuten!

Der Herr der Ringe war und ist ein Meilenstein der Filmgeschichte, der die Branche für immer verändert hat. Die Der Hobbit-Trilogie kocht in Sachen Popkultur-Einfluss auf deutlich kleinerer Flamme, spielte aber immerhin ungefähr genauso viel Geld ein – bei deutlich höheren Kosten, aber egal. Die Prime Video-Serie Die Ringe der Macht lässt sich noch nicht wirklich einordnen, aber sagen wir mal so: Ist schwierig. Zumal sie nichts mit den bisherigen Mittelerde-Filmen zu tun hat. Ganz im Gegensatz zu The Hunt for Gollum, der im Dezember 2027 in die Kinos kommt und, nach allem, was wir wissen, die Brücke zwischen Der Herr der Ringe und Der Hobbit schlagen wird.

Im folgenden Text versuche ich mich als Galadriels Spiegel und zeige Dinge, die sind, Dinge, die waren und Dinge, die vielleicht noch sein mögen. Auf geht’s!

Das wissen wir sicher

Im Mai 2024 gab Warner Bros. Discovery bekannt, dass man an mehreren neuen Live-Action-Filmen im Der Herr der Ringe-Universum arbeite. Der erste dieser Filme, um den es hier geht, ist logischerweise The Hunt for Gollum. Als Regisseur und Hauptdarsteller ist Andy Serkis der wichtigste Akteur, doch die Studios betonen bei jeder Gelegenheit, wie sehr das Dreamteam von damals (also von Der Herr der Ringe) involviert ist. Nämlich "auf jedem Schritt des Wegs". Gemeint sind natürlich Peter Jackson, Fran Walsh und Philippa Boyens. Außerdem dabei sind Phoebe Gittins, die Tochter von Boyens, und Arty Papageorgiou; die beiden haben zusammen unter anderem den Animationsfilm Die Schlacht der Rohirrim geschrieben.

Schnell hieß es, dass The Hunt for Gollum ein Zweiteiler würde. Eine Info, die Sir Ian McKellen im britischen Fernsehen fallen ließ. Fans dürften nicht überrascht gewesen sein, schließlich hatte man aus dem kleinen Kinderbuch Der Hobbit auch eine Trilogie gemacht. Allerdings lag McKellen ausnahmsweise falsch: Im Oktober 2024 stellte Philippa Boyens klar: "Ich kann mit Sicherheit sagen, dass es nicht zwei Filme sind. Das war lediglich ein Missverständnis, weil wir mit der Arbeit an zwei Live-Action-Filmen begonnen haben. Einer davon ist The Hunt for Gollum, der andere ist noch nicht bestätigt."

Im gleichen Interview ordnete Boyens übrigens ein, wann The Hunt for Gollum zeitlich spielt: "Es ist eine ziemlich intensive Geschichte, die nach Bilbos Geburtstagsfeier und vor den Minen von Moria spielt. Es ist ein Ausschnitt einer unglaublichen, bislang unbekannten Geschichte, erzählt aus der Perspektive dieses seltsamen Wesens." Wobei wir mittlerweile mit Überzeugung sagen können, dass wohl mehr als diese Zeitspanne abgedeckt wird, doch dazu gleich.

Einschub: Die Rechtelage

Falls du auf so was stehst, hier ein kurzer Absatz zur Rechtelage: Schon im Februar 2023 gaben die Warner-Oberen Michael De Luca und Pamela Abdy bekannt, dass man einen Deal über mehrere neue Filme klargemacht habe, die auf Tolkiens Büchern basieren. Die Filme entstehen, wie damals, bei New Line Cinema, das seit 2008 zu Warner gehört. Die Rechte für die Adaption hingegen kamen von – jetzt wird’s unnötig kompliziert – Freemode, ein Teil der Embracer Group. Allerdings hat man für die Rechte an Der Hobbit und Der Herr der Ringe schnell die Unterfirma Tolkien Enterprises kreiert, die kurz darauf zu Middle-earth Enterprises umbenannt wurde. Und die haben dann besagten Deal eingefädelt. Schwirrt dir der Kopf? Dann empfehle ich das Buch Anything You Can Imagine: Peter Jackson and the Making of Middle-Earth von Ian Nathan, da ist alles noch viel krasser.

Gollum, Gandalf, Frodo … Aragorn?

Wer ist bei The Hunt for Gollum dabei? Klar war von Anfang an, dass Andy Serkis nicht nur auf dem Regiestuhl Platz nehmen, sondern auch die Hauptrolle spielen würde. Im August 2025 brachte sich dann Sir Ian McKellen ins Gespräch, als er während eines Fan-Panels einen seiner berühmten McKellen-Moves hinlegte und freizügig ausplauderte, dass sowohl Frodo als auch Gandalf auftauchen. Elijah Wood wartete noch bis zum Januar 2026, bevor er die Sache ausweichend kommentierte, ohne seine Beteiligung zu verneinen. Dass die beiden Teil des Casts sind, ist also so sicher wie das zweite Frühstück im Auenland.

Was aber ist mit anderen Rückkehrern? Nachdem es jahrelang Gerüchte um einen Film über den jungen Aragorn gab, der vielleicht prominentesten Figur bei der titelgebenden Jagd nach Gollum, wurden direkt Rufe nach Viggo Mortensen laut. So. Jetzt muss man aber festhalten, dass Viggo Mortensen nun wirklich nicht der Typ ist, der für einen Haufen Geld, aus Popularitätsgründen oder einer Mischung aus beidem zur einer früheren Rolle zurückkehrt. ALLERDINGS wissen wir auch, dass die Filmemacher mit ihm gesprochen haben und er, den richtigen Ansatz vorausgesetzt, eine Rückkehr nicht kategorisch ausschließt. Er sagte aber auch, dass die Rolle zu seinem jetzigen Alter passen müsse, eine digitale Verjüngungskur seh ich also eher nicht. Wobei die VFX-Nerds Andy Serkis und Peter Jackson bestimmt wenig bis keine Skrupel haben dürften, alle verfügbaren Tools einzusetzen – was mich zu Orlando Bloom bringt.

Der kehrte bereits für die Hobbit-Trilogie als Legolas zurück und wurde schon damals digital verjüngt. Viel wichtiger aber ist, dass er zurückkehren will! Berichten zufolge hat er aus eigenen Stücken bei Andy Serkis nachgefragt und in der Today Show den Satz fallen lassen, dass er es hassen würde, jemand anderen als Legolas zu sehen. Storytechnisch ließe sich Legolas problemlos einbauen, schließlich landet Gollum im Verlauf der Geschichte bei den Waldelben. Philippa Boyens verriet indes bereits, dass sie mit einem Elbenlord zu Mittag gegessen habe. Womit sie wohl nicht Bloom meinte, Legolas ist schließlich kein Lord. Höchstwahrscheinlich traf sie sich entweder mit Lee Pace, seines Zeichens Thranduil in der Hobbit-Trilogie, oder Marton Csokas a.k.a. Celeborn aus Der Herr der Ringe. Eine Rückkehr von Hugo Weaving als Elrond würde ich ausschließen, weil der Schauspieler sich in der Vergangenheit entsprechen geäußert hat.

Die Jagd nach Gollum

Bevor ich mich komplett ins Hoheitsgebiet der Spekulation wage, zeichne ich in Kürze Gollums Weg nach. Also nicht in Gänze, sondern nur den Teil zwischen dem Verlust des Einen Rings und der Begegnung mit den Gefährten. Here goes:

Rund zwei Jahre nach Bilbos Rückkehr ins Auenland verlässt der hasserfüllte Gollum das Nebelgebirge und macht sich auf die Suche nach seinem neuen Erzfeind. Sein Weg führt ihn zunächst in den Düsterwald und nach Thal, wo er viel Zeit mit dem Belauschen von Leuten verbringt. Als nächstes sollte es Richtung Auenland gehen, als er plötzlich den Weg nach Süden einschlug – möglicherweise, weil er bemerkte, dass ihm Gandalf auf den Fersen war?

Auf jeden Fall führt ihn sein Weg nach Mordor, die Gerüchte um einen wiedererstarkenden Sauron dürften ihren Teil dazu beigetragen haben. Wen ich das richtig sehe, dauert es aber rund 30 Jahre, bis Gollum dort aufschlägt! Endlich angekommen, entdeckt Gollum im Schattengebirge die versteckte Treppe, die er später Frodo und Sam zeigt. Außerdem trifft er auf die Riesenspinne Kankra und … freundet sich mit ihr an. Als er den inneren Teil Mordors betritt, wird er allerdings von Saurons Truppen aufgegriffen und so lange gefoltert, bis der Dunkle Herrscher alles über den Einen Ring und Bilbo weiß.

In der Hoffnung, dass Gollum Sauron zum Ring führt, lässt das lidlose Auge die Kreatur ziehen. Doch kurz darauf wird Gollum von Aragorn in den Totensümpfen geschnappt und anschließend von Gandalf verhört, bevor der ihn in die Obhut von Thranduil übergibt. Einen Orkangriff auf die Waldelben später gelingt Gollum die Flucht und er begibt sich in die Minen Morias. Dort scheitert er an den Türen Durins und bleibt in der Dunkelheit gefangen, bis die Gefährten aufkreuzen.

Worum geht’s #1: Das Verhör und der junge Aragorn

Das also ist grob die bekannte Geschichte Gollums. Gut möglich, dass sich der Film tatsächlich auf die eigentliche Jagd konzentriert. Doch die bisherigen Aussagen von Philippa Boyens, Peter Jackson und Andy Serkis deuten einen weit größeren Umfang an – Jackson sprach ja von einer Brücke zwischen seinen beiden Trilogien. Was nicht überrascht, wenn man überlegt, wie viele Überschneidungen mit Der Hobbit und Der Herr der Ringe die obige Zusammenfassung bietet. Aber was heißt das für die Handlung? Ein paar Ideen.

Beginnen wir mit einem Fan-Favoriten: der Rahmenhandlung. Es wird schon lange gemutmaßt, dass das Verhör von Gandalf als Rahmenhandlung dient und Gollums Geschichte dann in Rückblenden erzählt wird. Dieser Ansatz wäre auch eine Möglichkeit, Viggo Mortensen als Aragorn einzubauen, ohne ihn direkt ganz jung zu zeigen. Klar ist seit Der Herr der Ringe viel Zeit vergangen. Trotzdem dürfte es einfacher sein, Mortensen nochmal herzurichten, wie er in Die Gefährten aussieht (Kapuze!), anstatt ihn weitere 30 bis 40 Jahre zu verjüngen.

Drei Dinge dazu:

  1. Wenn Aragorn in dieser Geschichte größer eingebaut werden sollte, bedeutet das für mich fast zwangsläufig das Casting eines anderen Schauspielers für den jungen Aragorn. Sofern Mortensen nicht plötzlich alle seine Prinzipien über Bord wirft und sich komplett digitalisieren lässt. Allerdings glaube ich kaum, dass Serkis sich im Detail mit gleich zwei so wichtigen Figuren (also Gollum und Aragorn) auseinandersetzen würde, was mich zum nächsten Punkt bringt.
  2. Könnte man mit einem neuen Schauspieler für Aragorn gewissermaßen testen, wie das beim Publikum ankommt – und damit möglicherweise die Tür zum Aragorn-Solofilm aufstoßen, über den seit Jahren gemutmaßt wird. Das könnten dann die Reisen des jungen Aragorn sein, in dem man beispielsweise sieht, wie er sich mit Legolas anfreundet. Vielleicht ist das sogar der zweite Live-Action-Film, den Boyens erwähnte?
  3. Bin ich der Idee mit der Rahmenhandlung eher abgeneigt, weil man das schon bei Der Hobbit gemacht hat und das Ganze irgendwie overkill wäre. Just my two cents.

Worum geht’s #2: Khazad-dûm und andere Nebengeschichten

Ich erwähnte es bereits: The Hunt for Gollum soll als Brücke zwischen den beiden Trilogien von Peter Jackson fungieren. Und die berühmteste Brücke in Der Herr der Ringe ist natürlich die Brücke von Khazad-dûm! Okay, die Brücke selbst ist nicht so wichtig, die brauchte ich nur für mein schlechtes Wortspiel. Die Minen von Moria aber, wo sich die Brücke befindet, könnten eine sehr wichtige Rolle spielen. Wir wissen, dass Gollum länger in den Minen unterwegs ist. Warum also nicht das Ende von Balins erfolgloser Expedition zeigen? Wir erinnern uns: Balin war einer der Gefährten Bilbos, der nach der Schlacht der Fünf Heere auszog, um die unterirdische Zwergenstadt neu zu bevölkern. Leider wurde seine Expedition von Orks überrannt, das Ergebnis sehen wir in Der Herr der Ringe: Die Gefährten.

Weitere naheliegende Brücken sind die bekannten Schauplätze in und um Mordor. Gut möglich, dass uns der Film zeigt, wie Gollum die geheime Treppe entdeckt und auf Kankra trifft. Durch diese Orte ließe sich auch prima inszenieren, wie Sauron an Macht und Einfluss gewinnt. In diese Zeit fallen auch mehrere Attacken auf Gondor, wobei ich jetzt nicht zwingend mit Auftritten von Boromir und Faramir rechne. Noch weniger rechne ich damit, dass man zeigt, wie Saruman nach und nach dem Einfluss Saurons erliegt. Zeitlich würde das zwar prima passen, den Filmemachern traue ich aber so viel Pietät zu, dass sie nach dem Tod von Sir Christopher Lee die Finger davon lassen.

Hier ergeben sich noch zwei weitere Möglichkeiten, Viggo Mortensen beziehungsweise Aragorn einzubauen. Zum einen sprach Mortensen selbst von ungenutztem Material, das für Der Herr der Ringe gedreht wurde und zeigt, wie er Arwen kennenlernt. "Ich erinnere mich, dass ich längeres Haar und keinen Bart hatte, mehr wie ein Elb gekleidet war […] Das könnten sie nutzen, die sind da ziemlich kreativ. Ich würde das gerne machen, solange sie Tolkien gegenüber respektvoll sind. Und ich würde es lieber selbst machen als zu sehen, wie ein anderer Schauspieler die Arbeit für mich zu Ende bringt." Oder aber man zeigt statt Aragorn die Dúnedain, die von Aragorn dazu angehalten wurden, das Auenland zu beschützen.

Unwahrscheinlich, aber möglich: Eine Rückkehr Tauriels. Zumindest nannten Jackson und Boyens in einem Interview auf die Frage, welchen Handlungsstrang aus Der Hobbit sie gern weiterverfolgen würden, beide diesen Namen. Allerdings zählt Tauriel nicht gerade zu den Fanlieblingen, außerdem befindet sich Evangeline Lilly aktuell im Schauspielruhestand. Für noch unwahrscheinlicher halte ich nur die Fantheoreie, die besagt, man sähe Frodos Adaption durch Bilbo. Das würde einem Film über Gollum genauso wenig hinzufügen wie dem Epos Der Herr der Ringe. Was mich zum abschließenden Punkt bringt:

Ist das alles überhaupt eine gute Idee?

Die naheliegende Antwort lautet: Kommt drauf an. Generell bin ich der Ansicht, dass mehr Material nice ist – wenn es nice ist. Also wenn eine gute Idee gut umgesetzt wird. Manchmal sogar, wenn eine minderwertige Idee fantastisch umgesetzt wird. Heißt für mich: The Hunt for Gollum könnte ein toller Brückenfilm werden, solange es kein Brückenfilm sein will. Ich hoffe also auf etwas Eigenständiges, das eine konzentrierte Geschichte erzählt und nur am Rande ein paar Lücken füllt. Wenn The Hunt for Gollum aber anfängt, jeden noch so kleinen Faden aus Der Hobbit oder Der Herr der Ringe aufzunehmen, dann passiert schnell das, was bei Star Wars passiert ist: es wird entmystifiziert.

Der Herr der Ringe ist aus vielen Gründen das Meisterwerk, das wir heute kennen und lieben. Ein Grund ist, dass sich Peter Jackson auf das Wesentliche konzentriert hat. Er blieb stets nah an den Figuren und ließ sie im großen Mittelerde agieren, ohne ständig die riesige Welt mit ihrer ausufernden Historie zu erklären. Und ich für meinen Teil muss nicht jede Sekunde erklärt haben, die in den 60 Jahren zwischen Der Hobbit und Der Herr der Ringe liegt. Ein zweiter Grund, warum Der Herr der Ringe für mich noch heute so gut funktioniert, ist der Mix aus praktischen und digitalen Effekten. Manche Szenen sind noch heute atemberaubend, was einfach daran liegt, dass sie echt sind und dadurch nicht altern wie digitale Effekte. Doch ob The Hunt for Gollum diesen Weg einschlagen wird, daran zweifle ich. Jackson und Serkis sind einfach zu begeistert von Technologie, ich hoffe, sie übertreiben es nicht.

Für mich muss The Hunt for Gollum es also irgendwie schaffen, dem unfassbaren Umfang der bisherigen Filme – immerhin rund 24 Stunden Material! – etwas hinzuzufügen, ohne den vorhandenen Filmen etwas wegzunehmen. Das wird nicht in Gänze möglich sein, aber man muss ja nicht jede coole Szene aus Der Herr der Ringe vorwegnehmen. Jeden Tag gibt es Leute, die Der Herr der Ringe zum ersten Mal entdecken. Sie und die nachfolgenden Generationen sollen die Möglichkeit haben, über den Balrog zu staunen, wenn sie ihn das erste Mal zu Gesicht bekommen. Und zwar in Der Herr der Ringe: Die Gefährten, nicht in The Hunt for Gollum.