Tim | 03.04.2026
Das Buch war besser: Ergebnisse der Umfrage zu Adaptionen
Bei einer Buchverfilmung gilt: Man liest gefälligst erst das Buch, ist danach maßlos von der Umsetzung enttäuscht und ärgert sich, wenn der Autor nicht involviert wurde. So ungefähr könnte ich unsere große Umfrage zum Thema Adaptionen zusammenfassen – und damit ein völlig falsches Bild der Ergebnisse zeichnen. Schauen wir lieber genauer hin!
Das Buch steht an erster Stelle …
Im ersten Teil der Umfrage ging es allgemein um Adaptionen. Wobei, "allgemein" trifft es nicht ganz, schließlich können Adaptionen in jedwede Richtung gehen, die Star Wars-Filme gibt’s ja auch als Buch. Da aber eine kontroverse Aussage von Game of Thrones-Autor George R.R. Martin Auslöser für die Umfrage war – "In 999 von 1.000 Fällen wird es schlechter" –, konzentrierten sich unsere Fragen auf die Adaption von Büchern.
Die Elbenwald-Community kann sich anscheinend durchaus mit Martins Aussage anfreunden, zumindest wenn man die Eingangsfrage betrachtet. Denn wenn es darum geht, ob man sich zuerst die Buchvorlage gibt oder doch einfach ins Kino geht oder den Fernseher anschmeißt, lesen 62% der Befragten zuerst das Buch! Lediglich 9% schauen zuerst die Serie oder den Film, während knapp 13% das Buch nur in die Hand nehmen, wenn ihnen die Adaption gefällt.
… ist aber nicht automatisch besser
Im Anschluss haben wir die Community mit ein paar Thesen konfrontiert und sie gezwungen, sich für eine zu entscheiden. Nach der vorherigen Frage war ich fast sicher, dass die Aussage "Das Buch war besser" auf dem ersten Platz landen würde. Aber nein, mit 23% reichte es gerade mal für den letzten Podiumsplatz. Die meisten Teilnehmer (30%) entschieden sich für "Die Adaption muss der Geschichte treu bleiben", dicht gefolgt von "Der Film ist der Film, das Buch ist das Buch" (28%). Aufgepasst: Nur 3% finden, dass eine Anpassung der Adaption die Geschichte bereichert!
Dazu passen auch diese Ergebnisse: 35% sagen, in der Vergangenheit zu oft von Adaptionen enttäuscht worden zu sein. Fast genauso viele (33%) sind allerdings der Meinung, dass eine gute Geschichte immer eine gute Geschichte ist, egal wo und wie man sie erlebt. 26% bevorzugen die visuellen Möglichkeiten von Filmen und Serien, wohingegen sich 6% mehr eigene Ideen von Umsetzungen wünschen.
Film, Serie, Hörbuch, Spiel?
Filme sind übrigens nicht das bevorzugte Medium für Buchadaptionen. Mehr als die Hälfte (knapp 52%) bevorzugen Serien, weil sie mehr Raum für Details bieten. 32% finden es indes gut, dass sich Filme naturgemäß auf das Wesentliche konzentrieren müssen. Überraschend wenig Leute (knapp 9%) sehen Hörbücher und -spiele als bestes Medium für Adaptionen, obwohl die dem Ausgangsmaterial am nächsten kommen. Übrigens halten nur 7% Videospiele für das beste Medium, um ein Buch zu adaptieren.
Größere Einigkeit herrscht bei der Frage, ob manche Geschichten einfach unverfilmbar sind. Das denken nämlich 62% der Befragten. (Keine Ahnung, wie die sich Der Herr der Ringe und Dune erklären, aber okay.) Dass eine Adaption die ursprüngliche Geschichte nie 100%ig umsetzen kann – geschenkt. Wie sieht’s aber aus, wenn die vorhandene Welt um Dinge erweitert wird, die die Vorlage nicht hergibt, siehe etwa Die Ringe der Macht, Phantastische Tierwesen oder Wonka. Knapp 70% finden das in Ordnung, solange der Autor der Vorlage das Ganze absegnet. 20% freuen sich unabhängig davon über zusätzliches Material und die restlichen 10% zählen nur zum Kanon, was der Autor sagt.
Prominente Adaptionen im Check
Im zweiten Teil der Umfrage ging’s um spezifische Beispiele. Doch vorab: Auf unseren Social Media-Kanälen wurde ich mehrfach darauf hingewiesen, dass die Antwortmöglichkeit "Ich kenne weder Buch noch Adaption" fehlte. Das verzerrt die Ergebnisse ein bisschen, mein Fehler! Trotzdem sind die teils klaren Mehrheiten ziemlich spannend!
Bei Der Herr der Ringe sagen fast 40% der Teilnehmer, dass die Bücher und Filme gleichermaßen gut waren, wobei 31% zugeben, nur die Filme geschaut zu haben; die Buchvorlage halten übrigens nur 16% für überlegen. Bei Game of Thrones kennt die große Mehrheit (40%) nur die Serie und kann dementsprechend nicht beides gegeneinander abwägen. Dennoch sind 23% der Meinung, beides sei gleich gut, während 22% die Bücher bevorzugen.
Harry Potter ist fast schon ein Sonderfall, weil hier die allermeisten Teilnehmer (über 85%!) sowohl die Filme als auch die Bücher kennen. Und satte 46% finden, dass die Bücher die Filme übertreffen, 33% lieben beides gleichermaßen, nur 6% geben den Filmen den Vorrang. Der Gegensatz dazu ist Dune, wo 41% nur die Filme von Denis Villeneuve kennen und 20% die Antwortmöglichkeit "Was ist mit der Lynch-Verfilmung" gewählt haben. Bei The Hunger Games haben erstaunliche 35% nur die Filme gesehen (nur die Bücher: 4%), trotzdem halten 30% beides für gleich gut.
Die beste Buchadaption aller Zeiten
Zum Abschluss wollten wir wissen: Was ist die beste Adaption aller Zeiten? Da gab es im Vorfeld etwas Frust, weil nur 20 Titel (plus "etwas anderes") zur Wahl standen. Das ist verständlich, aber bei der Masse an Teilnehmern wäre ein Freitextfeld ein absoluter Auswertungsalptraum – du glaubst nicht, wie viele unterschiedliche Schreibweisen es für ein und denselben Titel gibt!
Die Vorauswahl basiert übrigens auf etlichen Listen der besten Buchverfilmungen aller Zeiten, wobei auch der IMDb- und Rotten Tomatoes-Score eine Rolle spielten. Aber am Ende hätte kein Freitextfeld dieser Welt den ersten Platz gefährden können: Peter Jacksons Der Herr der Ringe-Trilogie bekam sage und schreibe 38% der Stimmen. Was auch daran liegen könnte, dass hier die Elbenwald Community abgestimmt hat. Hier die Top 5:
Der Herr der Ringe 38,2%
Jurassic Park 7,1%
Schindler’s List 6,6%
The Green Mile 6,1%
Die Verurteilten 4,2%
Als Rauswerfer noch ein paar deprimierende Zahlen für einige der besten Filme aller Zeiten: Arrival kam nur auf 0,5% der Stimmen, No Country for Old Men auf 0,3% und Goodfellas sogar nur auf 0,2%. Da dürfen sich The Shining und Der Pate fast schon über ihre geteilten 1,9% freuen! Ebenfalls unter der 1-Prozent-Hürde liegen Blade Runner und The Social Network.