Johanna | 24.02.2026
Bridgerton Staffel 4 ist die beste bisher!
Werte Leserschaft,
wir müssen über Bridgerton Staffel 4 reden! Als Erstes muss ich zugeben, dass ich etwas underwhelmed war, als ich erfuhr, dass die neue Season von Cinderella inspiriert ist. Cinderella war nie mein liebstes Märchen. Am ehesten konnte ich mich noch mit der Live-Action-Version von 2015 abfinden oder mit dem deutsch-tschechischen All-Time-Weihnachtsfavoriten Drei Haselnüsse für Aschenbrödel. Sonst war mir Cinderellas Charakter immer etwas zu passiv. Warum ist Staffel 4 dann auf dem besten Weg, meine liebste zu werden? Lasst uns einen Deep Dive machen.
SPOILER-WARNUNG: Wer Teil 1 noch nicht inhaliert hat, lieber nicht weiterlesen. Hinweis: Hier schreibt ein Non-Bookie. :)
Der Maskenball
Die Serie startet konsequent aus Benedicts Sicht. Wir wissen, dass er ein kreativer Lebemann mit offensichtlichem Imposter-Syndrom ist, der die starren Regeln der High Society zutiefst langweilig findet. Dann begegnet ihm die mysteriöse Dame in Silber auf dem Maskenball. Ihr Verhalten ist erfrischend, fast schon frech. Sie kann nicht tanzen, sie bestaunt das Etablissement statt die Leute, sie „pfeift“ auf die Etikette und hat Sinn für tiefere Gespräche. Etwas, das er von den edlen Damen sonst nicht kennt (auch wenn Sophie ihn direkt vom hohen Ross runter holt: Schließlich unterhält er sich ja sonst mit niemandem!). Die Verbindung zwischen den beiden ist sofort da. Doch nach dem ersten magischen Augenblick verschwindet sie.
Der harte Bruch
Während Benedict auf Wolke 7 schwebt und nach seiner unbekannten Traumfrau sucht, landet Sophie knallhart in der Realität. Wir sehen den „schönsten Abend ihres Lebens“ nun aus ihrer Perspektive. Der Prunk wird von der Tristesse gebrochen und ihre Lebensgeschichte im Hause der Penbrooks macht den gesellschaftlichen Graben schmerzhaft spürbar. Als Benedict dann bei den Penbrooks landet, kann Sophie sich nicht offenbaren. Ihre Stellung, ihr Geheimnis und die drohende Bloßstellung machen sie dabei so authentisch und man hat echte Gründe, sich um diesen Charakter zu sorgen. Und als sie auf der Straße landet, wünsche ich ihr das Happy End so sehr, weil sie es sich selbst erkämpfen muss. Das ist der Punkt, an dem die Staffel wirklich interessant wird.
Auf Wolke 7
Nachdem Sophie von Benedict gerettet wird und kurz darauf umgekehrt, lernen sie sich auf dem Land abseits der Ballmassen kennen. Und hier bricht die Serie mit dem Cinderella-Schema: Denn Sophie bekommt die Chance, den unwissenden “Prinzen” in ihrer wahren Gestalt zu erobern. Die Chemie zwischen den beiden bekommt dadurch wesentlich mehr Tiefe, als das Märchen Cinderella es jemals vermitteln konnte. Nebenbei möchte ich hier mal anmerken, wie wahnsinnig gut ich die Chemie zwischen Yerin Ha und Luke Thompson finde. Ich kaufe es ihnen in jeder Minute ab.
Auf dem Land ist alles wie in einem Traum und die Standesgrenzen verschwimmen. Doch kaum tritt Sophie ihre Stellung im Bridgerton-Haus an, wird es prekär: Benedict bringt den Ruf seiner Familie in Gefahr und Sophie riskiert ihre nackte Existenz. Als Benedict statt der „Lady in Silver“ plötzlich Sophie zeichnet, gesteht er sich seine Gefühle zumindest schneller ein als andere Bridgerton-Männer zuvor. Alles baut sich zu dieser verbotenen Liebe auf – und dann tut Benedict das DÜMMSTE, was man sich vorstellen kann...
Ja, in der Logik der Zeit ergibt ein Mätressenangebot Sinn und wir lieben einen guten Aufhänger, um die Serie noch emotionaler werden zu lassen. Wir wissen, dass die Bridgerton-Jungs oft länger brauchen, um zu checken, was gut für sie ist. Benedict hätte es allerdings besser wissen müssen und denkt hier leider nur an sich. How dare you! Sophie tut das einzig Richtige: Sie geht. Sie steht für sich selbst ein und weiß, dass sie damit genau die Position ihrer Mutter einnehmen würde, unter der sie ihr Leben lang gelitten hat.
Warum diese Staffel uns alle kriegt
Was diese Season für mich aber letztlich zur bisher besten macht, ist das „Tatsächlich Liebe“-Gefühl. Es geht nicht mehr nur um das Hauptpaar. Es ist ein Mosaik aus Beziehungen, das mich an jeder Ecke packt. Wir sehen eine Violet Bridgerton, die uns mit ihrem späten Aufblühen zeigt, dass das Herz auch noch genauso aufgeregt klopfen kann wie bei einer Debütantin. Wir erleben eine Eloise, die lernen muss, dass radikale Meinungen einsam machen können, wenn man nicht lernt, auch mal Interesse für andere zu zeigen. Verlustangst zeigt sich in der Freundschaft zwischen Queen Charlotte und Lady Danbury. Und dann ist da Francesca, deren Beziehung zu John sehr pragmatisch ist, ganz im Kontrast zum sonstigen Bridgerton-Drama, möchte man meinen. Doch der Moment, als sie Michaela begegnet, bringt eine weitere spannende Ebene in die Geschichte. Es zeigt so gut, dass Liebe manchmal Wege geht, die man selbst nicht geplant hat.
Happily ever after?
Mein Wunsch für den Rest der Staffel ist relativ klar: Benedict soll bitte einmal richtig leiden und um Sophie kämpfen. Ich bin wahnsinnig gespannt auf seine Wiedergutmachung und darauf, wie weit er gehen wird, um Sophie zurückzugewinnen. Was ich mir aber am meisten erhoffe, ist eine Revenge von Posy Penbrook. Das arme Mädchen wird die ganze Zeit mundtot gemacht. Ich würde es feiern, wenn sie dafür sorgt, dass ihre Mutter und ihre Schwester noch ihr Fett wegkriegen. GO POSY! Ohnehin verspricht die neue Nachbarschaft zwischen den Penbrooks und den Bridgertons das perfekte Pulverfass für Part 2 zu werden. So wird es an der Zeit, mir ein paar Scones zu meinem Tee zu backen und meine Couchkissen für die nächsten Folgen aufzuschütteln.
Yours Truly und XOXO!