Tim | 21.03.2026
15 Jahre nach dem Drehstart: Warum wir die Hobbit-Filme beinahe nie bekommen hätten
Kaum zu glauben: Heute ist es auch schon wieder 15 Jahre her, dass die Dreharbeiten für die Hobbit-Trilogie starteten! Rückblickend grenzt es fast an ein Wunder, dass die Filme überhaupt gemacht wurden. Denn die Entstehungsgeschichte war ein echtes – sorry dafür – Hin und wieder Zurück.
Juristische Hürden
So war das Verhältnis zwischen Peter Jackson und New Line Cinema nach Der Herr der Ringe nicht gerade rosig. 2005 verklagte Jackson sogar das Studio, weil ihm wohl Einnahmen, unter anderem aus dem Merchandising, vorenthalten worden waren. Für ihn war das nach eigener Aussage keine große Sache, Auswirkungen auf eine künftige Zusammenarbeit erwartete er nicht. Doch 2007 polterte Robert Shaye, Mitbegründer von New Line, dass Jackson nie wieder einen Film für das Studio drehen würde! (Ein paar Flops seitens des Studios später zeigte man sich aber wieder gesprächsbereit.)
Als die Sache aus der Welt war, verklagte der Tolkien Estate gemeinsam mit Harper Collins New Line Cinema und versuchte, die Hobbit-Verfilmung zu stoppen. Die Sache konnte allerdings außergerichtlich beigelegt werden, sodass im April 2008 endlich ein Regisseur verkündet werden konnte. Nein, nicht Peter Jackson. Der war als Produzent an Bord, auf dem Regiestuhl saß Guillermo del Toro und sollte die zwei Hobbit-Filme inszenieren. Ja, damals waren es nur zwei Filme. Apropos:
Arbeiten ohne Licht
Zwei lange Jahre arbeitete del Toro mit seinem Team an dem Projekt, entwarf Kreaturen und Kulissen. Das Dumme war nur, dass es von oben nie offiziell grünes Licht für Der Hobbit gegeben hatte! Und dann stand plötzlich auch noch MGM kurz vor dem Bankrott! Während einer Pressekonferenz am 28. Mai 2010 klang del Toro regelrecht verzweifelt:
"Der Dreh kann nicht starten, solange die Situation mit MGM nicht geklärt ist. Wir haben alle Kreaturen entworfen. Wir haben die Sets und Kostüme entworfen. Wir haben Animatics erstellt und lange Actionsequenzen geplant. Wir haben gruselige und lustige Szenen und wir sind auf alles sehr gut vorbereitet. Aber wir wissen nicht, wann es losgeht."
Rettung mit Hindernissen
Zwei Tage später verließ er das Projekt. Doch bis Peter Jackson seinen Regiestuhl ausfüllen konnte, zogen noch Monate ins Land! Und als es endlich soweit war, blieb kaum noch Vorbereitungszeit für das Mega-Projekt! Jackson musste also auf die Vorarbeit del Toros zurückgreifen, die bestimmt toll war, doch nicht seinen eigenen Visionen entsprach. Und so startete die Produktion von nunmehr drei Hobbit-Filmen ohne fertiges Drehbuch und unter enormen Zeitdruck.
Es gäbe noch so viel mehr zu berichten, doch das mal als kleiner Blick hinter die Kulissen. Ich würde sagen, dass wir uns glücklich schätzen können, die Filme überhaupt bekommen zu haben. Auch wenn ich Der Herr der Ringe deutlich mehr mag, ziehe ich meinen Hut vor Peter Jackson und der Crew, dass sie die Filme, auch für die Fans, verwirklicht haben. Und irgendwo mag ich die Hobbit-Filme trotzdem, vor allem für die Fassszene und den ersten Auftritt Smaugs.