10 Batman-Comics, die man gelesen haben muss

Batman Comics

Wer seinen Doktor in Batmanologie machen möchte, kommt um das Lesen von Comics nicht herum. Und jetzt bitte nicht erschrecken: Schon seit 1939 haut der DC-Verlag regelmäßig Comics über den düsteren Fledermausmann raus. Was also tun, wenn man selbst noch keine Comicsammlung im heimischen Regal stehen hat, aber die Batman-Geschichten ausprobieren will? Einen Anfang zu finden, fällt, gelinde gesagt, mehr als schwer; die Liste an möglichen Einstiegspunkten ist unbeschreiblich lang.

Was also tun? Sich bei Kennern zu informieren, kann sehr nützlich sein. In den meisten Fällen wird man aber nur zusätzlich verwirrt. Macht man sich beispielsweise in Internetforen schlau, werden einem meist die Comics Ende der 80er Jahre empfohlen. Nicht, dass die Aussage falsch wäre, aber es ist wie bei allen Geschichten vor allem eins: Geschmackssache. Und weil’s nun mal nicht anders geht, bekommt ihr von uns trotzdem eine unverbindliche Liste mit

10 Batman-Comics, die man kennen muss*

Viel Spaß damit.

*Auch wenn wir euch mit unseren unverbindlichen Empfehlungen potentiell nur noch mehr verwirren :)

 

1) Batman: Das erste Jahr (1987)

(Original: Year One)

Das erste Jahr

Bruce Wayne kehrt von einem Auslandsaufenthalt zurück, um gegen das Verbrechen in Gotham City zu kämpfen. Moment, das klingt ja wie im Film Batman Begins von Christopher Nolan! Tatsächlich erzählt auch dieser Comic die Entstehungsgeschichte von Batman, wenn auch anders umgesetzt als im Hollywood-Streifen. Auf jeden Fall bietet sich die Story hervorragend für Einsteiger an. Der Schaffer Frank Miller konzentriert sich nicht nur auf den dunklen Ritter sondern auch auf James Gordon, der gerade erst mit seiner schwangeren Frau in die Stadt gezogen ist. Dort bekommt er es sowohl mit der Mafia zu tun als auch mit seinen eigenen Kollegen bei der Polizei.

Pluspunkt: Year One setzt nicht voraus, dass man bereits irgendetwas über Batman weiß, man kommt völlig ohne Vorkenntnisse aus. Dass die Zeichentrickverfilmung dieser Story eins zu eins dem Comic entspricht, ist nur ein weiterer Hinweis auf seine Daseinsberechtigung und seinen Erfolg.

 

 

2) Batman: Das lange Halloween (1996)

(Original: The Long Halloween)

Das lange Halloween

Kurze zeitliche Einordnung: Das Kostüm ist bereits zu Batmans zweiter Haut geworden. Nichtsdestotrotz spielt auch diese Handlung in Batmans erstem Jahr, daher empfehlen wir diese Geschichte als zweiten Comic. The Long Halloween ist ein klassischer Detektivkrimi, in dem Batman, James Gordon und der Staatsanwalt Harvey Dent ein Bündnis schmieden, um gegen das organisierte Verbrechen vorzugehen. Dabei bekommen sie es mit dem mysteriösen Serienkiller Holiday zu tun, der an jedem Feiertag ein renommiertes Mitglied der Mafiafamilie ausschaltet.

Pluspunkt: The Long Halloween bleibt bis zum Ende spannend, weil man sich durchgehend fragt, wer denn nun der Täter ist. Außerdem haben beinahe alle klassischen Batman-Schurken (Joker, Riddler, Scarecrow usw.) einen Gastauftritt. Last but not least: Dieser Comic von Jeph Loeb und Tim Sale beinhaltet die Entstehungsgeschichte von Two-Face! Das alleine macht diesen Comic lesenswert.

 

 

3) Batman: Lächeln, bitte! (1988)

(Original: The Killing Joke)

Lächeln, bitte

Für alle Comicleser, die sich mit Batman befassen, ist Alan Moores The Killing Joke praktisch ein Muss. In diesem Band will der Joker beweisen, dass jeder zum Psychopathen werden kann, wenn er nur einen besonders schlechten Tag hat. Vermutlich gibt es kaum einen Comic, der so oft zitiert, adaptiert oder als Vorwissen vorausgesetzt wird. Besonderes Highlight: Der Joker erzählt hier einen Witz, über den sogar Batman lachen muss …

Pluspunkt: Der Comic enthält die Entstehungsgeschichte vom Joker. Beinahe noch entscheidender ist, dass Leser hier erfahren, warum Barbara Gordon für eine lange Zeit als Orakel statt als Batgirl das Böse bekämpft. Ein absoluter Kritikerliebling, auch, weil der Inhalt sehr viel Diskussionspotential mit sich bringt.

 

  

 

4) Batman: Hush Bd 1+2 (2003)

(Original: Hush)

Hush

Durch die Intrigen des geheimnisvollen Hush hat Batman es in diesem Zweiteiler mit einer ganzen Menge an Gegnern zu tun. Dabei empfiehlt es sich bei Jeph Loebs Handlung, das Batman-Universum bereits ein bisschen erforscht zu haben. So sollte man beispielsweise wissen, dass Jason Todd als zweiter Robin bereits tot ist beziehungsweise warum der Gedanke an Barbara Gordon Batman den Joker fast zu Tode prügeln lässt (siehe auch The Killing Joke). Zusätzlich gibt Hush mehr Einsichten in Bruce Waynes Kindheit.

Pluspunkt: Die Zeichnungen von Jim Lee sind der Hammer! Außerdem kommt bei dem massigen Star-Aufgebot an Batman-Villains bei jedem Fan hellste Freude auf. Mit dabei sind: Killer Croc, Catwoman, Poison Ivy, Huntress, Lois Lane und Superman, Talia al Ghul, Harley Quinn, der Joker, Clayface, der Riddler, Lex Luthor, Scarecrow… und HUSH.

 

  

5) Batman: Kaputte Stadt (2003)

(Original: Broken City)

Kaputte Stadt

Mit Broken City liefern uns Autor Brian Azzarello und Zeichner Eduardo Risso einen weiteren klassischen „Film Noir“-Krimi, dessen düstere Grundstimmung bis zur letzten Seite erhalten bleibt. Der Fund einer Mädchenleiche auf Gothams Müllkippe stößt Batman in eine Jagd nach dem Mörder, die in Irrtümern und Verwirrung endet. Ganz nebenbei wird die Stadt Gotham dabei zur eigentlichen Hauptperson der Story, passend zum Titel.

Pluspunkt: Der Comic besticht durch seine erschreckenden Pointen. Außerdem gibt es keine Batman-Story, die Gotham als Moloch des Verbrechens so treffend wiederspiegelt wie Broken City. Kein Wunder also, dass ein einzelner Mann mit dieser Heimat auf die Idee kommt, Selbstjustiz zu üben…

 

  

6) Batman: Arkham Asylum (1989)

(Original: Arkham Asylum)

Arkham Asylum

Die Irrenanstalt Arkham Asylum wurde von den Insassen übernommen. Ihre Forderung: Der Dunkle Ritter höchstpersönlich. In der Geschichte von Grant Morrison hat es Batman nicht nur mit seinen Gegnern zu tun sondern auch mit seiner eigenen Psyche. Sowohl die Story als auch die Zeichnungen von Dave McKean liefern uns einen Comic, der eigenwillig, verstörend und gerade deshalb empfehlenswert ist. Außerdem greift der Joker Batman in den Allerwertesten…

Pluspunkt: Man erfährt einiges über den Ursprung der Anstalt Arkham Asylum und deren Gründer Amadeus Arkham. Und wenn man sich auf die Geschichte einlässt, sind Alpträume vorprogrammiert. Kleiner Hinweis: Mit dem Spiel Arkham Asylum hat dieser Comic allerdings nichts zu tun.

 

 

  

7) Batman: Kakofonie (2008)

(Original: Cacophony)

Kakofonie

Während der Joker und Maxi Zeus sich einen Bandenkrieg liefern, hat Batman es mit dem mysteriösen Killer Onomatopoeia zu tun, der die Angewohnheit hat, Geräusche in seiner Umgebung nachzuahmen. Den Comic zu lesen ist ein bisschen wie einen grausigen Thriller anzuschauen. Kevin Smiths nicht ganz so spannende Fortsetzung Der Teufelskreis bietet weniger Gewalt, dafür umso mehr Sex. (In einer Szene versucht Poison Ivy Batman durch Cannabis zu verführen.)

Pluspunkt: Viele Leser kritisieren, dass die Comics von Kevin Smith „die Fan Fiction eines Nerds“ sind. Das ist aber gerade das Großartige daran! Phantasien werden umgesetzt, dem Joker ein deutlich homosexueller Stempel aufgedrückt, Spannung und Humor halten sich die Waage. Man weiß nicht, was als Nächstes passiert.

 

  

8) Batman: Der Sturz des dunklen Ritters (1993/94)

(Original: Knightfall)

Der Sturz des dunklen Ritters

Batman ist gebrochen. Wer also einmal sehen möchte, wie der dunkle Ritter fertig gemacht wird, muss sich den Dreiteiler zu Knightfall holen. Die Story von Doug Moench erzählt, wie Bane Batman das Rückgrat bricht und Azrael daraufhin in das Bat-Kostüm schlüpft. Auch der Film The Dark Knight Rises zeigt, wie Batman sich von ganz unten wieder nach oben kämpfen muss. Der Schock sitzt einem im Comic allerdings tiefer in den Knochen…

Ein kleiner Hinweis an alle, die lieber im Original lesen: Es gibt zwei Ausgaben der Knightfall-Trilogie, die sich in der Länge sehr stark unterscheiden. Der erste Band in der Version von 2012 besteht aus 640 Seiten, die Variante von 1993 nur 296 Seiten.

Pluspunkt: Die Entwicklung eines Helden ist allein aus Identifizierungsgründen ein dramaturgischer Genuss. Hat dieser also seinen Platz bereits gefunden, ist es hochgradig spannend, ihm dabei zuzusehen, wie er nochmal von vorne anfangen muss. Knightfall beschäftigt sich zusätzlich mit spannenden Fragen, beispielsweise: Wie weit darf ein Held gehen?

 

9) Batman: Die Rückkehr des dunklen Ritters (1986)

(Original: The Dark Knight returns)

Die Rückkehr des dunklen Ritters

Ganz Gotham ist von Verbrechern besetzt. Wie konnte es nur soweit kommen? Vielleicht liegt es daran, dass Batman in Rente gegangen ist. Doch als Gotham immer mehr den Bach runtergeht, schlüpft Bruce Wayne nach zehn Jahren Pause endlich wieder in sein Kostüm, um seinen Gegnern ordentlich einzuheizen – auch wenn er selbst schon Mitte 50 ist. Dabei kommt es nicht nur zu einem Kampf gegen die kriminelle Jugendbande der „Mutanten“, auch Two-Face, der Joker und sogar Superman werden von Batman bekämpft. Frank Millers Comic hat die „Grim & Gritty-Ära“ für Batman eingeleitet, ihn also zu dem „griesgrämigen Schläger“ gemacht, der uns inzwischen so vertraut ist.

Pluspunkt: Der alternde grimmige Batman aus The Dark Knight returns bricht so sehr mit dem Bild eines Superhelden, dass man seine helle – äh dunkle Freude daran hat. Faschistisch, innerlich zerfressen, terroristisch, am Rande des Wahnsinns – das ist der neue Batman. Man braucht diesen Comic, um die düstere Entwicklung zu verstehen. Superman-Fans werden mit der Darstellung ihres Helden aber vermutlich ihre Probleme haben…

 

10) Batman: Der Tod der Familie (2012/13)

(Original: Death of the Family)

Der Tod der Familie

Vor einem Jahr hat der Joker sein operativ entferntes Gesicht an einem Tatort hinterlassen und wurde seitdem nicht mehr gesehen. Doch nun ist er zurück! Und startet einen Rachefeldzug gegen die gesamte Batman-Familie. Dieser Comic-Thriller von Scott Snyder und Greg Capullo zerreißt einem die Nerven und präsentiert uns einen Joker, den man nicht als Verehrer haben möchte. Schließlich macht der Joker das doch alles nur aus „Liebe“ …

Pluspunkt: Die Story lässt einen nicht los. Vieles in Death of the Family nimmt liebevoll Bezug auf andere Comics (The Killing Joke, Arkham Asylum) und lässt den Joker Klartext sprechen, wo sonst nur angedeutet wird. Es ist kein Wunder, dass dieser Comic bereits jetzt Kultstatus hat!

 

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