Kellerkommando

Kellerkommando, Foto: Toni Hinterholzinger
Kellerkommando, Foto: Toni Hinterholzinger

Volksmusik. Wer beim Lesen dieses Wortes an seelenlose Stampfmusik, langsam schunkelndes wie grauhaariges Fernsehpublikum oder gar das Musikantenstadl denkt … nun, dem können wir eigentlich nichts vorwerfen. Dass da aber noch mehr geht, beweist unser Festival-Act Kellerkommando. Die Jungs um David Saam machen, ja, Volksmusik. Allerdings die moderne Variante, die den grundlegenden Bestandteilen des Genres im besten Sinn einen gepflegten Arschtritt verpasst. Neutraler ausgedrückt: Hier trifft traditionelles fränkisches Liedgut auf urbane Beats und recht expliziten Rap.

Wo wir das Musikantenstadl schon erwähnt haben: Das ist gewissermaßen der Grund, warum es Kellerkommando überhaupt gibt. Denn Initiator David Saam, der übrigens fremde Kulturen und Musik studiert hat, konnte beim Betrachten der Sendung nicht fassen, was heutzutage als Volksmusik bezeichnet wird. Und so schnappte er sich ein paar Gleichgesinnte und gründete 2009 das Bandprojekt Kellerkommando – und stampfte nebenbei die Veranstaltung Anti-Stadl aus dem Boden. Die erste EP Dei Mudder Sei Hut brachten die Jungs in Eigenregie auf den Markt, zwei Jahre später kümmerte sich das Major Label Warner Music um die Veröffentlichung des ersten Albums Mondscheinbrüder.

Für ihre Musik wurde Kellerkommando 2011 mit dem Musikpreis Creole ausgezeichnet, und zwar mit folgender Begründung: “Die Jury vergibt den Preis für die wundervoll dreckige Bühnenshow, für die hochvirtuose und gnadenlos romantische Darstellung und schließlich für den Beweis, dass Punk und Frank zusammen geh’n!” Besser können wir’s auch nicht auf den Punkt bringen.