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Meinung: Warum geben in modernen Serien immer die Männer den Ton an?

Meinung: Warum geben in modernen Serien immer die Männer den Ton an?

Wir schreiben das 21. Jahrhundert. Die meisten von uns sind stolz darauf, in dieser Epoche zu leben und bejubeln die zahlreichen Entwicklungen auf ein vermeintlich höheres Level. Technisch gesehen mag das durchaus stimmen. Denn was sind inzwischen ein einfaches Telefon oder ein Fernsehgerät gegen den multifunktionalen All-in-One-Computer, den wir uns täglich in die Hosentasche schieben? Doch wie sieht es eigentlich sozial aus? Frauen haben sich in den letzten Jahrzehnten endlich emanzipiert und stehen Männern in nichts mehr nach. Zumindest in der Theorie. Denn praktisch sieht’s dann doch ein bisschen anders aus, man denke nur an die nach wie vor bestehenden Gehaltsunterschiede bei gleicher Arbeit. Aber hey, dafür haben wir ja Filme und Serien, die uns zeigen, was sich gehört und wie unsere Gesellschaft sich zu verhalten hat. Oder liegt genau da der Fehler begraben?

Denn werfe ich einen Blick auf die sogenannten „großen Serien“, die von herausragender Qualität sind und im breit gefächerten Mainstream angeschaut werden, wird schnell deutlich, dass immer die Männer den Ton angeben. Damit meine ich nicht mal die Arbeit hinter der Kamera (wobei auch hier fast immer Männer im Fokus stehen). Es geht um die Figuren selbst. Die frei erfundenen Charaktere, die als unser Vorbild erschaffen wurden. Sicher gibt es auch Ausnahmen, zum Beispiel American Horror Story oder Gilmore Girls, wo sich vor allem Frauen mit den gegebenen Problemen herumschlagen. Auch Buffy – Im Bann der Dämonen stellt ein Mädchen in den Vordergrund, das beim Anblick von Monstern nicht schreiend zusammenbricht, sondern im Gegenteil Jagd auf diese macht. Doch zum einen muss man letzteres Beispiel (leider) noch in den 90er Jahren ansiedeln und zum anderen bestätigen Ausnahmen nur die Regel. Selbst in den meisten „Frauenserien“ dreht sich wieder alles nur um die Männer, siehe zum Beispiel Sex and the City. Oder kennt ihr irgendeine Serie, wo die Hauptcrew aus vier männlichen Kumpels besteht, die sich die ganze Zeit nur über ihre Erlebnisse mit Frauen unterhalten?

Um meinen kritischen Blickwinkel besser darzustellen, ziehe ich populäre Serien als Beispiel heran. Dabei beziehe ich mich auch auf das Ergebnis einer aktuellen Umfrage nach den zehn beliebtesten Serien. Erwähnt werden sollte auch noch, dass diese Serien ausschließlich im 21. Jahrhundert entstanden sind. Diverse Spoiler lassen sich an manchen Stellen leider nicht vermeiden.

Sex and the City

Wenn nur Frauen aufeinander treffen, dann geht es um … Männer! (Copyright: HBO)

Männerdomäne als Grundvoraussetzung

Eine der beliebtesten Serien überhaupt ist Game of Thrones. Und niemand kann bestreiten, dass unter den zahlreichen Figuren auch starke Frauen vertreten sind. Dennoch handelt es sich an erster Stelle um ein Umfeld, das Männern den Vorzug gibt. Sie sollen die Führung übernehmen, der Thron wird ganz im mittelalterlichen Sinne weiter an den Sohn (nicht an die Tochter!) vererbt. Neben der rein männlich besetzten Nachtwache haben wir also (fast) nur Könige und andere führende Persönlichkeiten, die zum vermeintlich starken Geschlecht gehören. Selbst der Posten „Hand des Königs“ wird durchgehend an Männer vergeben. In diesem Sinne wird Asha Graufreud auch nur bedingt ernst genommen und konsequenterweise nicht zur Königin der Eiseninseln, nachdem sie sich selbst zur Wahl aufstellt. Zwar scheint sie einige Befürworter zu haben, doch im Endeffekt entscheiden sich die Eisenmänner lieber für ihren Onkel Euron. Die Begründung ist einfach: Es gab noch nie einen weiblichen König der Eiseninseln, warum also mit der Tradition brechen?

Auch Cersei Lannister sehnt sich danach, alleine auf dem (eisernen) Thron zu sitzen, was ihr im Laufe der Handlung auch gelingt. Dies kommt jedoch nur zustande, weil ihr Mann, ihr Vater, ihr Onkel und ihre beiden Söhne sterben. Da bleibt schlicht keine Konkurrenz mehr übrig. Denn unter ihren Brüdern ist der eine zum Tode verurteilt und gilt zusätzlich als verschollen, der andere lehnt sogar die Lordschaft des Familienhauses Casterlystein ab. Es mussten also sämtliche Männer aus dem Weg geräumt werden, damit eine Frau in Game of Thrones die Herrschaft an sich reißen konnte. Alternativ muss man wie Daenerys Targaryen eine herausragende Fähigkeit besitzen, die einen über alle anderen stellt. Denn wäre die Khaleesi nicht im Besitz ihrer Drachen und ihrer Immunität gegenüber Feuer, wäre sie längst als Witwe eines Khals im Dosh Khaleen untergebracht worden, statt durch die Weltgeschichte zu ziehen und Städte zu erobern. Ganz nebenbei ist sie auch noch offiziell das letzte Familienmitglied der Targaryens.

Kurz gesagt: In Game of Thrones haben immer die Männer das Sagen. Dies verhält sich nur anders, wenn man als Frau mit Superkräften ausgestattet ist oder es schlicht keine Männer mehr gibt.

Daenerys Targaryen (Game of Thrones)

Wäre Daenerys unter den anderen Witwen glücklich geworden? Niemals! Aber zum Glück hat sie ja ihre Feuerkräfte, sonst hätte sie keine Wahl gehabt. (Copyright: HBO)

Dass eine mittelalterliche Welt von Männern beherrscht wird, ist gar nicht so verwunderlich. Aber auch in der Neuzeit finden wir genug Räume, in denen Frauen nichts zu melden haben. Zum Beispiel, wenn es um organisiertes Verbrechen geht. Werfen wir also einen Blick auf das Drogengeschäft in Breaking Bad. Sobald Drogenhandel im großen Stil betrieben wird, verschwindet das weibliche Geschlecht zunehmend aus der Szenerie. Gerade bei diesem Thema ist Breaking Bad nur eins unter zahllosen Beispielen. Hauptperson Walter White (männlich) steigt als Newcomer ins Drogengeschäft ein und baut sich nach und nach sein Imperium auf. Unterstützung bekommt er anfangs vor allem von Jesse Pinkman (männlich), wobei die zwei es mit etlichen anderen Drogenbossen wie dem tyrannischen Tuco Salamanca (männlich) oder dem übermächtigen Gustavo Fring (männlich) zu tun bekommen. Da ihnen unter anderem auch Hank (männlich) von der DEA im Nacken sitzt, holen sie sich im Laufe der Handlung Hilfe bei Anwalt Saul Goodman (männlich), dessen treuer Helfer Mike (männlich) viele ihrer Probleme löst.

Natürlich gibt es auch in Breaking Bad Frauen, die irgendwie mitmischen wollen. Da wäre zum einen Walters Gattin Skyler, von der auch die Idee kam, über eine Autowaschanlage Geldwäsche zu betreiben. Insgesamt ist sie aber in das gesamte Drogengeschäft nur wenig eingeweiht und wird auch nicht besonders ernst genommen. Zum anderen taucht in der finalen Staffel eine Lydia auf, die ganz offensichtlich mehr involviert ist. Ironischerweise handelt es sich bei ihr um ein furchtbar ängstliches Nervenbündel, das aus Nervosität einfach sämtliche Mitwisser töten lassen (!) will und definitiv nicht für den Job gemacht ist. Als Zuschauer denkt man sich: Bitte ihr beiden Weiber, haltet euch einfach raus! Und man ertappt sich bei dem Gedanken, dass das Drogengeschäft Männersache ist. Aber warum muss das eigentlich so sein?

Lydia (Breaking Bad)

Laut Breaking Bad ist das schwache Geschlecht für den Drogenhandel nicht geeignet. (Copyright: AMC)

Kommen wir beim Thema „Männerdomäne“ zu einem letzten Serienbeispiel: Sons of Anarchy. Der Motorradclub, der nicht nur Bikes und Autos repariert, sondern sich auch illegalen Geschäften widmet, besteht zu hundert Prozent aus Männern. Klar, da gibt es auch die eine oder andere Ehefrau, die in der Serie auftaucht. Doch die Sons of Anarchy, die Gemeinschaft, die alles schaltet und verwaltet, besteht rein aus dem männlichen Geschlecht. Das zeigt allein der Titel, sonst hätte man die Biker ja auch „Kids of Anarchy“ nennen können.

Das Schlimmste an dem Ganzen ist beinahe der Verweis auf die Authentizität. Denn um die Handlung möglichst realitätsnah zu erschaffen, wurden echte Mitglieder der Hells Angels auf den Plan gerufen, um an der Serie mitzuwirken. Auch in diesem realen Club können Frauen keine Mitglieder werden. Ein wenig stellt sich dennoch die Frage, warum es erstrebenswert ist, daraus nicht nur eine Premiumserie zu basteln, sondern das Ganze auch noch aufzuziehen, als wäre es cool und wünschenswert. Und kehren wir der Mitgliedschaft erst mal den Rücken, so gibt es noch genug andere Elemente in dieser Serie, die ein komplett rückständiges Bild von Frauen und Männern zeichnen. Dass zum Beispiel Protagonist Jax Teller nicht einmal eine Windel wechseln kann, da es sich eindeutig um eine Aufgabe für das schöne Geschlecht handelt, ist geradezu erschreckend. In der Welt von Sons of Anarchy haben Männer und Frauen ganz klar ihren Platz und ihren eigenen Tätigkeitsbereich. Getauscht wird da nicht. Wo kämen wir denn da sonst hin? Womöglich noch ins 21. Jahrhundert?!

Sons of Anarchy

Lederjacken und Motorräder sind Männersache. Das weiß doch jeder! (Copyright: FX Networks)

Männer als alleinige Hauptfiguren

Selbstverständlich greifen nicht alle Premiumserien auf ein Umfeld zurück, das von vornherein Männern den Vorzug gibt. Trotzdem hat es fast den Anschein, dass Hauptrollen lieber mit dem starken Geschlecht besetzt werden. Frauen sind also oft nur Randfiguren oder bleiben zumindest Charaktere, die weniger schillerndes Flair und Spannungspunkte in ihrer Persönlichkeit aufweisen. Beispiel The Big Bang Theory: In dieser Sitcom dreht es sich erstmalig um den Lifestyle von Hardcore-Nerds. Um Leute, die nach einem Einbruch Angst haben, dass ihnen die Comics geklaut wurden. Wieder einmal handelt es sich hierbei ausschließlich um Männer. Zwar spielt neben den vier Jungs auch Nachbarin Penny eine entscheidende Rolle, doch sie ist genau das Gegenstück zu den wissenschaftlichen Geeks. Zum einen platzt sie recht naiv und ungebildet in die Welt der Nerds und zum anderen hat sie auch nicht das geringste Verständnis für ihre Fan-Leidenschaft. Fast noch schlimmer erscheint das Ganze, wenn im Laufe der Handlung auch weibliche Wissenschaftlerinnen dazu stoßen, die sich zwar mit der Intelligenz der Männer messen können, jedoch ebenfalls so gar kein Interesse an Popkultur zeigen.

Warum gehören die weiblichen Hauptpersonen nicht dazu? Sie sind schrullig, sie sind alles andere als perfekt, aber sie sind einfach nicht das, was den Charme von The Big Bang Theory ausmacht. Häufig wird die Sitcom als reiner Abklatsch der Freundschaftsserie Friends bezeichnet. Und tatsächlich gibt es erstaunlich viele Parallelen: Das On-off-Pärchen Leonard/Penny beziehungsweise Ross/Rachel, der Karriereverlauf von Penny beziehungsweise Rachel, ein Café und eine Wohnung als Haupt-Handlungsort und noch vieles andere. Die Besonderheit an The Big Bang Theory ist also das Nerdtum. Die Besonderheit sind damit die Männer.

The Big Bang Theory

Es gibt so viele Fangirls, die sich für Comics, Fantasy und Science-Fiction interessieren. Aber The Big Bang Theory weiß das irgendwie nicht. (Copyright: CBS)

Bei unserem nächsten Beispiel Supernatural stehen gleich nur Männer im Vordergrund: Die Mutter wird bereits in der ersten Folge getötet, ebenso die Freundin von Bruder Sam. Also sind die Winchester-Jungs erst mal lange auf sich allein gestellt beziehungsweise auf der Suche nach ihrem Vater, der ja auch zum selben Geschlecht gehört. Ab der vierten Staffel schließt sich ihnen der Engel Castiel an und auch der ist – Überraschung! – keine Frau. Obwohl die Serie bereits auf die zwölfte Staffel hinausläuft, spielen Frauen allgemein stets eine untergeordnete Rolle. Dean hat beinahe ausschließlich One Night Stands. Und die Frauen, auf die Sam sich einlässt, sterben entweder oder erweisen sich als böse und … sterben.

Dieses regelmäßige Ausschalten von weiblichen Charakteren bezeichnete sogar Castiel-Darsteller Misha Collins als frauenfeindlich. Es gibt nahezu keine weibliche Figur, die in mehr als zwei Episoden auftaucht und dann nicht das Zeitliche segnet. Ein bisschen länger hielt Charlie Bradbury durch, die in der siebten Staffel debütiert und „erst“ in der zehnten zu Tode kommt. Bei ihr handelt es sich allerdings auch um eine homosexuelle Hackerin, die den Winchester-Brüdern nur behilflich ist, ohne jemals zum Love Interest der beiden zu werden. In Supernatural scheint das eine gewisse Bedeutung zu haben. Möglicherweise geht es hier auch nur darum, es den Fans recht zu machen. Außerdem haben die beiden Jungs bei der Jagd nach den ganzen Dämonen kaum Zeit für eine ernsthafte Beziehung. Nichtsdestotrotz stellen sich viele Fans und vielleicht auch nur Zum-Teil-Fans die Frage: Wo sind in dieser Serie die Frauen abgeblieben?

Sam und Dean Winchester (Supernatural)

Wer braucht schon Frauen, wenn es hübsche Männer gibt? (Copyright: The CW, The WB)

Als nicht viel besser erweist sich unser drittes Beispiel Sherlock. Ähnlich wie die bisher genannten Serien kann auch die moderne Adaption des Detektivs aus der Bakerstreet mit einem großen Fankreis aufwarten. Und gleichfalls mit männlichen Figuren, die den weiblichen Figuren definitiv die Show stehlen. Im Vordergrund stehen ohnehin der exzentrische Sherlock Holmes und sein loyaler Helfer Dr. John Watson. Zwei männliche Helden – kommt einem das nicht bekannt vor? Weiter geht es mit dem mächtigen Bruder Mycroft Holmes und Inspektor Lestrade, wobei sich der eine durch politischen Einfluss und der andere durch reine Polizeiarbeit immer wieder bemerkbar macht. Häufig greifen die beiden aktiv in die Handlung mit ein. Als Hauptgegner von Sherlock gilt James Moriarty – wieder ein Mann. Dieser taucht dementsprechend in mehreren Staffeln auf und scheint die einzig wirkliche Gefahr für unseren Meisterdetektiv darzustellen. Obwohl Professor Magnussen und manch anderer Kerl auch die einen oder anderen Probleme mit sich bringen.

Doch wie sieht es eigentlich mit Frauen aus? Immerhin tauchen Molly Hooper und Mrs Hudson immer wieder regelmäßig auf. Zwar als Nebenfiguren, deshalb jedoch nicht seltener als zum Beispiel Mycroft oder Lestrade. Im Gegensatz zu den Männern scheinen die beiden Damen allerdings für nichts anderes gut zu sein, als einen gewissen Humor in die Serie mit reinzubringen und ihren Sherlock anzubeten. Als ob er außerhalb der Serie nicht schon genug Fans hätte. Natürlich reicht deren Bewunderung nicht, also wurde noch für eine Folge Irene Adler ins Spiel gebracht. Wie in der Buchvorlage verdreht sie in der Serie Sherlock ein bisschen den Kopf. Noch mehr ist sie jedoch selbst von ihm angetan und kann deshalb am Ende der Folge von ihm zur Strecke gebracht werden. Wieder einmal ist der Mann der Frau haushoch überlegen.

Das schlimmste weibliche Beispiel in der Serie ist jedoch Johns Frau Mary. Während diese erst auf recht unscheinbare Art zum Seriencast dazu stößt, stellt sich im Laufe der Handlung heraus, dass es sich bei ihr um eine ehemalige Auftragsmörderin handelt. Um eine Auftragsmörderin?! Dies stellt einen unglaublichen Wandel ihrer Person dar, vom einen Moment zum anderen wurde sie von der braven Ehefrau zu jemandem, dessen Vergangenheit sich in kompletter Finsternis verbirgt. Dennoch geht die Serie nicht näher darauf ein! (Oder zumindest noch nicht.) Nach einer kurzen Zeit des Schmollens verzeiht ihr Watson ihre Lügen und will auch gar nicht darüber informiert werden, mit wem er es eigentlich zu tun hat. Ganz geschweige davon, dass dies ein merkwürdiges Verhalten für einen Ehemann darstellt, wollten wir Fans vielleicht doch ein wenig mehr wissen! Wobei … Mary ist ja nur eine weibliche Figur, auf die man nicht näher eingehen muss.

Mary Watson (Sherlock)

Wir wissen nicht einmal, wie sie wirklich heißt? Egal, ist doch nur ne Frau. (Copyright: BBC)

Männer als chronische Anführer

Offenbar entscheidet man sich beim Handlungsort einer neuen Serie gerne für ein Umfeld, in denen Männer automatisch das Sagen haben. Gerne werden auch die Hauptdarsteller von vornherein mit den Herren der Schöpfung besetzt. Doch natürlich gibt es auch beliebte Serien, in denen gleichermaßen Männer und Frauen auftauchen und die gegebene Domäne nicht zwingend den einen bevorzugt. Werfen wir also einen Blick auf unsere letzten Beispiele. Als besonders populär in unseren Fanreihen erweist sich die Serie Doctor Who. Es lässt sich nicht leugnen, dass auch hier ein Mann die erste Geige spielt. Immerhin handelt es sich bei dem Doctor um einen (außerirdischen) Time Lord, der mit seiner TARDIS durch sämtliche Galaxien und Zeitepochen fliegt. Als ob das nicht schon beeindruckend genug wäre, altert der Doctor nicht. Zusätzlich kann er sich selbst regenerieren und in einen neuen Körper mit neuer Persönlichkeit gelangen, wobei es sich jedes Mal um einen männlichen handelt. Unter diesen Grundvoraussetzungen scheint es von Beginn an schwer zu sein, noch in irgendeiner Weise mit dem Doctor mithalten zu können. Er ist definitiv der Anführer, während ihm seine wechselnden Begleiter – die meistens weiblich sind – kaum das Wasser reichen können.

Nichtsdestotrotz spielen die Begleiter eine große Rolle. Sämtliche der (meist) jungen Frauen sind stark in die Abenteuer des Doctors involviert und tragen durchaus ihren Teil dazu bei. In den Anfängen des ersten Doctors kam es teilweise sogar vor, dass seine Begleiterin die Fehler wieder ausbügelt, die der Protagonist selbst verursacht hatte, siehe zum Beispiel Barbara Wright. Diese Folgen spielten sich allerdings in den Sechziger Jahren ab. Werfen wir nun einen Blick auf die erste weibliche Mitläuferin in den Doctor Who-Folgen des 21. Jahrhunderts, haben wir es mit Rose Tyler zu tun. Zwar ist das Arbeiter-Mädchen durchaus sehr mutig, hat aber sonst nicht viel vorzuweisen. In nahezu jeder Folge läuft es darauf hinaus, dass sie vom Doctor gerettet werden muss. Wenn das aus feministischer Sicht keine tragische Entwicklung ist …

Doctor Who

Zwar machen sich die Begleiterinnen auch manchmal nützlich, in brenzligen Fällen wird jedoch immer auf den Doctor gesetzt. (Copyright: BBC)

Doch wie sieht es zum Beispiel mit der Mystery-Serie Lost aus? Nach einem Flugzeugabsturz finden sich zahlreiche Passagiere unterschiedlichster Herkunft auf einer geheimnisvollen Insel wieder. Unter ihnen befinden sich mindestens ebenso viele Frauen wie Männer. Es gibt also keine klare Tendenz zu einem Geschlecht. Auch das Umfeld gibt einem nicht vor, wer das Sagen hat. Immerhin sind diese Leute zum einen im 21. Jahrhundert aufgewachsen, wo Gleichberechtigung großgeschrieben wird. Zum anderen finden sie sich in einer Situation wieder, wo erst einmal eigene Regeln aufgestellt werden müssen. Bereits von Beginn an wird die Rolle des Anführers Jack Shephard zugewiesen, möglicherweise weil er Arzt ist. Die anderen fassen schnell Vertrauen zu ihm. Als wohl entscheidungsfreudigste Frau in dieser Runde erweist sich Kate Austen, die jedoch Jack die Treue hält und sich sogar in ihn verliebt. Personen, die sich zum Teil gegen Jack stellen und ihre eigene Dominanz herauskehren, sind eher John Locke oder James Ford aka „Sawyer“, also Männer. Doch es geht noch besser.

Im Laufe der Handlung stellt sich heraus, dass die Gestrandeten nicht die einzigen Menschen auf dieser Insel sind. Es gibt da noch die sogenannten „Anderen“, wobei die Gruppierung vordergründig von Benjamin Linus angeführt wird, einem Mann. Einer seiner direkten Konkurrenten, wenn es um die Kontrolle über die Insel geht, ist Charles Widmore. Der eigentliche Drahtzieher aus dem Hintergrund ist jedoch der dubiose Jacob, der mit den Anderen vor allem über seinen Vermittler Richard Alpert kommuniziert. Gegen Ende zeigt sich, dass Jacob der wahre Anführer und Hüter der Insel ist, wobei ihm sein Bruder als „Mann in Schwarz“ immer wieder in die Quere kommt. Zwar gibt es auch dutzende Frauen in Lost, doch die führenden und entscheidenden Positionen wurden ausschließlich an Männer verteilt. Einen erkennbaren Grund gibt es dafür nicht.

Lost

Auf dieser Insel streiten sich Leute gerne um die Führungsgewalt. Ob das nun Jacob und sein Bruder, Benjamin und Charles oder Jack und Sawyer sind – Hauptsache es bleibt männlich. (Copyright: ABC, Bad Robot)

Kommen wir damit zu unserem letzten Beispiel: der beliebten Zombie-Serie The Walking Dead. Ähnlich wie in Lost gibt es hier kein Geschlecht, das anzahlmäßig herausragt. Auch das Umfeld des 21. Jahrhunderts ist gegeben, obwohl die erste Aufgabenverteilung unserer Hauptfiguren erstmal an die Steinzeit denken lässt. Denn während sich beinahe ausschließlich die Männer mit Waffen der Zombiejagd und Nahrungsmittelsuche widmen, bleibt der Großteil der Frauen zurück, um die Wäsche zu waschen! Die einzige Frau, die dagegen protestiert, ist Andrea. Diese wird jedoch von Beginn an etwas lästig und jammernd in Szene gesetzt, wodurch sie von den meisten Fans als unsympathisch empfunden wird. Am Rande: Bei ihrem ersten Auftritt hält sie Hauptperson Rick Grimes eine Pistole unter die Nase, einfach nur weil es sie nervt, dass der Rest ihrer (männlichen) Begleiter ihn retten wollte.

Nun lässt sich nicht abstreiten, dass im Laufe der Handlung auch Frauen zunehmend zu den Waffen greifen und nicht mehr auf die Männer angewiesen sind, wenn es darum geht, sich gegen Zombies oder andere zu verteidigen. Die Führungsgewalt bleibt jedoch eindeutig den Männern vorbehalten. Rick Grimes mausert sich recht schnell zum dauerhaften Anführer und muss sich am Anfang nur ein wenig mit seinem Freund Shane oder dem Farmbesitzer Hershel um die Entscheidungsgewalt streiten. Noch auffälliger ist der erste große Kampf gegen einen anderen Anführer, Governor Philip Blake aus Woodbury. Später landet Ricks Truppe im beschaulichen Alexandria, das sich anfangs tatsächlich noch in den Händen einer Frau befindet! (Dies stellt übrigens einen Unterschied zur Comic-Vorlage dar). Die ehemalige Kongressabgeordnete Deanna Monroe erkennt jedoch recht schnell das Potential in Rick und gibt innerhalb kürzester Zeit ihre Autorität an ihn ab. Sämtliche bekannte Gruppierungen werden damit in den aktuellen Folgen von Männern geleitet. Alexandria von Rick Grimes, die Hilltop Community von einem Mann namens Gregory, der selbst ernannte Ort The Sanctuary vom berüchtigten Negan und das exotische Kingdom von „König“ Ezekiel. Dann gibt es zwar noch den dubiosen Frauen-Clan, in den Tara zufälligerweise stolpert. Auffällig ist hierbei jedoch das prinzipielle Fehlen von Männern. Hier ist das zarte Geschlecht also nur sein eigener Boss, da Männer gar nicht anwesend sind. Frauen dürfen in modernen Serien stark sein. Aber sobald Männer dazu kommen, haben sie nicht das letzte Wort.

Ein Blick auf die beliebtesten Serien des 21. Jahrhunderts macht deutlich: Männer geben den Ton an. Wenn keine mittelalterlichen Umstände, Drogengeschäfte im großen Stil oder Motorradclubs den Männern die Führungsgewalt erteilen, dann werden die wichtigen Rollen eben gleich nur mit Männern besetzt. Und wenn auch das nicht der Fall ist, fallen zumindest die Chefposten dem starken Geschlecht zu. An dieser Stelle sollte noch einmal betont werden, dass es auch Gegenbeispiele gibt. Doch sie befinden sich in der krassen Unterzahl. Natürlich müssen jetzt nicht alle kommenden Serien eine Frau zum Boss machen. Aber eine ausgeglichene Balance wäre ja schon mal ein Anfang für unsere angeblich aufgeschlossene Zeit.

Ezekiel (The Walking Dead)

Es darf in The Walking Dead auch mal exotisch zugehen. So lange die Macht bei den Männern bleibt. (Copyright: AMC)

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  • WTF

    Ich kannte Elbenwald bis jetzt nur durch die Shops und den Katalog, nun gehe ich das erste mal auf die Webseite, finde Interessante Sachen die ich bestellen möchte und sehe einen solchen Artikel. Ich lese mir den Artikel durch, meine Falten auf der Stirn nehmen dabei spürbar zu. Am Ende angekommen beschließe ich, solche Leute nicht mit meinem Geld unterstützen zu wollen und verschwinde wieder (nachdem ich diesen Kommentar hinterlassen habe).

  • Wirklich sehr kritisch und gut getroffen

    Liebe Stefanie!

    Ich hab mir mal deinen ganzen Artikel durchgelesen und bin erst einmal beeindruckt, wie viele Serien du dir angesehen hast. Dabei warst du deutlich kritisch und hast viele gute Punkte angesprochen, auf die ich selbst nie gekommen wäre. Andererseits muss ich dir an einigen Punkten widersprechen.
    Da ich nicht alle aufgelisteten Serien gesehen habe, muss ich mich auf die beschränken, die ich kenne.

    Zuerst einmal zu Sherlock. Der Erfolg dieser Serie beruht darauf, dass sie das alte aus der Romanvorlage mit den Modernen verbinden. Nicht nur, dass sie hin und wieder die beliebte Boyslove-Fangemeinde veräppeln (heutzutage können zwei Männern nicht mehr unter einen Dach leben, ohne dass alle diese Hintergedanken haben) sondern sie bleiben der Romanvorlage treu, ohne sie allerdings nur nach zu erzählen. Sie verändern viel, sie machen alles auf ihre eigen Art spannend. Das Männer die Hauptpersonen sind, liegt schlichtweg am Roman. Das man noch nicht so viel weibliche Aktion in Form von Johns Frau sieht liegt daran, dass sie bis jetzt nur eine Episode hatte. Die vierte Staffel kommt erst noch. Außerdem scheint genau sie es zu sein, die in der Ehe den Ton angibt. Sie steht John in nichts nach. Weder lässt sie sich etwas von ihn verbieten, noch lässt sie sich so leicht von Sherlock beeindrucken wie er. Sie ist eine sehr starke Frau und sicher wird man noch mehr von ihr sehen (Wenn die vierte Staffel endlich einmal rauskommt) Außerdem, und das ist mein stärkstes Argument, muss ich dich auf die Spezialfolge aus Staffel 3 hinweisen. Nicht nur, dass die Hauptcharaktete, die Sherlock beinah hinters Licht führen, alle samt Frauen sind, es wird ganz speziell eine Frauengruppierung in den Vordergrund gestellt, die keine Lust mehr hat immer nur den Herd hüten zu müssen. Daher finde ich deine Vorwürfe in Sinne dieser Serie nicht ganz gerechtfertigt.

    Zu einen Game of Thrones. Der Reitz der Serie ist es, dass sie nicht zensieren. Sie verschönigen Sachen nicht, sondern zeigen offen, wie brutal es in Mittelalter und teilweise wirklich zugegangen ist. Frauen hatten damals nicht viel zu sagen und dennoch: Sie schlagen sich nicht nur durch, sondern kämpfen für ihre eigenen Ziele. Auch Frauen führen Königshäuser an, seien es nun Verrückte, die ihr Kind viel zu lange stillen oder kleine Mädchen, die nicht darum gebeten hatten. Sie schlagen sich allen Widrigkeiten zum trotz durch. Und damit stehen sie nicht alleine da. Stannins zum Beispiel meinte in den Büchern, wenn er stirbt soll der Zwiebel dafür sorgen, dass seine Tochter auf den Thron kommt. Wieder keine frauenfeindliche Serie.

    Auch in the Walking Dead haben Frauen das sagen. Zumindest ganz zu beginn in Alexandria. Natürlich sind vorzugsweise Männer an der Macht, das Problem ist auch leider, dass Männer sich von einer Frau auch nicht so leicht herumkommandieren lassen. Frauen sind zwar stark, haben es aber auch weiterhin unglaublich schwer. Die Männer werden nicht auf einmal denken: Oh die Welt geht unter, renne ich einer Frau hinterher. Ich sage nicht, dass es besser ist, dass sie einen Psycho mit Baseballschläger nachrennen, allerdings ist es nur bei weiten realistischer.

    Was mich allerdings zu meinen wichtigsten Argument bringt: Ich persönlich halte nichts davon, jetzt zwanghaft weibliche Personen in Serien einzubauen, nur weil es heutzutage erwartet wird. Heutzutage kann man nichts mehr veröffentlichen, ohne in irgendeiner Art kritisiert zu werden. Von mangelnden Auftreten weiblicher Charaktere (Frauenfeindlichkeit), von kurzen Shorts ( Sexiemus) oder kleinen Minibäumen auf Beinen (nur für mehr Profit). Mittlerweile muss man bei Entwickeln auf alles achten und wehe sie machen irgendeinen Fehler, dann zerreisen sich alle das Maul. Wo bleibt da das individuelle? Wo bleibt die künstlerische Freiheit? Ich persönlich man sollte Serien nicht vereisen, nur wegen solcher Dinge. Jeder Autor sollte Charaktere einbauen sollen, weil er es mag und nicht, weil ihn sonst jeder als Frauenfeind oder der gleichen beschimpft. Das ist für mich Gleichberechtigung: Wenn jeder seine eigenen Ideen verwirklichen kann, ohne kritisiert zu werden.

    Darum denke ich es ist zwar richtig, über solche Misstände aufmerksam zu machen, aber so etwas sollte nicht erzwungen werden. Jeder Autor/in sollte Charaktere und Handlungen so gestalten, wie er es will.

    Danke, falls du das bis hier her gelesen hast

    Lg Christina

    PS. Ich entschuldige mich für alle Rechtschreibfehler hier. Du kannst sie gerne behalten ;)

  • Toller Artikel!

    Bei vielen der genannten Beispielen muss ich leider zustimmen! Zumindest in den Serien die ich von den genannten gesehen habe sind meist Männer die wichtigsten Rollen. Was natürlich nicht heißt, dass es deswegen eine schlechte Serie ist (wer mag schon nicht den Doktor ;) ). Eine Serie die mir deshalb auch, mal abgesehen von den tollen Charakteren und dem Plot, besonders gefällt ist Once upon a time, in welcher nicht nur eine Frau die Hauptrolle darstellt, sondern es auch allgemein eine gleichmäßige Verteilung an männlichen und weiblichen Helden und Villains.
    Wie gesagt, toller Artikel, war wirklich sehr interessant!
    LG

  • Endlich sagt es mal jemand

    Endlich sprichst du aus was ich mir schon lange denke. Ich finde diese Tatsache eigentlich ziemlich traurig und erschreckend..warum gibt es denn nicht mehr serien, in der moderne und intelligente frauen im Vordergrund stehen?!

    Bei supernatural könnte man noch Jo und Ellen als recht selbstständige weibliche Individuen aufführen...aber die beiden sind ja auch nicht von Dauer

  • Dito

    Ich darf der Autorin nur Recht geben. Ich habe schon oft die Diskussion mit meinem Partner geführt, dass Frauen keine gerechte Beteilung am Geschehen in Filmen und Serien bekommen. Als Antwort kommt dann meistens, dass sie sich mit der Materie ja nicht auskennen würden und dementsprechend dann natürlich nerven, wenn sie sich versuchen in die Handlung einzumischen. Hier wird z.B. Skyler aus Breaking Bad ganz oft genannt. Aber warum kennen sie sich mit der Materie nicht aus? Weil es das Produktionsteam der Serie einfach nicht will. Man(n) will diesen Frauen keine tragenden Rollen zusprechen. Dafür mag es viele und unerfindliche Gründe geben, die meist ein Paradoxon darstellen (Verweise auf Urinstinkte, etc.). Als Gegenbeispiel führe ich dann immer gern "Orange is the new Black" an. Hier machen Frauen Drogengeschäfte, begehen Betrug und Mord. Ist das ein Hirngespinst? Eine surreale Halluzination der Produzenten? Wie kamen die auf die Idee, dass Frauen so etwas machen? Widerspricht ja total ihrer Natur. Nein, tut es eben nicht. Es gibt Frauen, die wirklich wegen solcher Vergehen im Gefängnis sitzen. Es entspricht der Realität. Aber man(n) will das nicht wahrhaben, weil es ihrem verinnerlichten Bild einer Frau widerspricht. Als würde sich unser Betätigungsfeld auf die Waschküche beschränken und alles, was nicht damit in Verbindung gebracht werden kann, steht uns nicht zu. Nur weil eine Frau oft kocht, bedeutet es nicht, dass sie nicht auch eine Waffe bedienen kann. Und genau das ist es, was den überwiegend männlichen Produzenten von Filmen und Serien verständlich gemacht werden sollte.
    Ich möchte hierbei natürlich anmerken, dass es nicht meine Absicht ist, zu verallgemeinern. Ich bin mir bewusst, dass es viele Männer gibt, die die Rollen von Frauen in Serien ebenfalls sehr unrealistisch, frauenfeindlich und nicht zeitgemäß finden. Doch diese Gruppe bildet leider die Minderheit, wodurch das allgemeine Frauenbild von Männern bestimmt wird, die leider nicht so fortschrittlich denken.

  • Hallo Justus Jonas

    Das ist wirklich schade, dass du dich von einem einzigen Meinungsartikel vertreiben lässt. Denn neben unseren ganzen wundervollen Produkten (ich schlage hier beim einkaufen selbst oft zu), schreiben wir auch sehr unterschiedliche Blogbeiträge, wo durchaus auch welche dabei sein könnten, die dir eventuell eher zusagen. Ganz verstehe ich auch nicht, warum du dich angegriffen fühlst.
    Es ging doch hier nur darum, dass ich mir gerne mehr weibliche Figuren in Serien wünsche, die auch mal das Sagen haben. Damit möchte ich weder die Serien noch Männer im allgemeinen schlecht machen.

  • Liebe Christina

    Ich habe deinen Kommentar mit großem Interesse gelesen und finde deine Einwände auch sehr überzeugend und durchdacht. Klar hat alles immer seine zwei Seiten und man kann immer damit argumentieren, dass etwas realistisch ist oder eben der Buchvorlage entspricht. Eine Frage bleibt aber dann immer noch übrig: Warum bringt man nicht mehr Serien auf den Markt, die auf realistische und gegebene Weise die Frau dominieren lassen?

    Sherlock ist übrigens selbst einer meiner absoluten Lieblingsserien und ich hoffe auf mehr "Mary" oder "Weihnachtsspecial-Ansätze" in der kommenden Staffel. Aber ich wünsche mir auch weiterhin, dass mehr Frauen als entscheidende Figuren in Serien und Filmen an sich eingebaut werden. Natürlich ohne, dass es zwanghaft rüberkommt. ;-)

  • Liebe Belle

    Es gibt immer auch wirklich gute Gegenbeispiele und darüber bin ich auch sehr froh. Jetzt dürfen es nur noch mehr werden ;-)

    P.S. Auch ich liebe die Serien dennoch! Fast alle der hier genannten Beispiele gehören zu meinen Lieblingsserien ^^ Nur mit dem schwach präsenten Frauenbild hadere ich allgemein ein wenig.

  • Hallo Anne

    Je öfters wir darüber reden und es zum Thema machen, desto eher wird sich das vielleicht ändern und ausgleichen. Die Serienmacher sind heutzutage durchaus nicht abgeneigt, auf die Wünsche ihrer Fans einzugehen. :)

  • Liebe Anna

    Genau diese Gespräche hatte ich auch schon des Öfteren. Und du triffst den Nagel auf den Punkt! Es ist eine Tatsache, dass in der Realität auch Frauen in führenden Positionen tätig sind bzw Tätigkeiten ausführen können, die allgemein (immer noch) meistens den Männern zugeschrieben werden, wie eben die Benutzung einer Waffe.
    Die Autoren, Regisseure und Produzenten entscheiden, welches Szenario sie wählen, wer das Sagen hat und überhaupt die große Rolle spielt. Und das hat nichts mit Realität zu tun, wenn in den meisten Serien ausschließlich Männer die großen Entscheidungen treffen.

  • Was soll das?

    Es gibt so unendlich viele Serien die für Frauen gemacht sind, wo sie die Hauptrolle spielen und wo sie den Boss sein können. Genauso gibt es auch Serien wo beide Geschlechter das Sagen haben und einige wenige wo (fast) nur Männer vorkommen.
    Als Mann fällt es mir zum einen leichter mich mit einem anderen Mann zu identifizieren, zum anderen fällt es mir leichter es zu glauben wenn ein Mann ein toller Kämpfer ist als eine Frau (jaja es gibt sicher irgendwo auf der Welt eine Frau die toll kämpfen kann, aber das nennt man dann wohl Ausnahme).
    Mag sein, dass ich altmodisch bin aber ich finde eine gewisse Menge an (fantastischem) Realismus doch irgendwie interessanter als unrealistischen Quark wie "Tribute von Panem" oder Tomb Raider.

    Nebenbei: Ich habe bei Elbenwald bereits Sachen bestellt aber leider sehe ich nun, dass hier eine bestimmte Meinungsmache betrieben wird, weshalb ich mich Justus Jonas anschließen werde und nichts mehr hier bestellen werde. Ich werde männerfeindliche Seiten nicht unterstützen.

  • So ein Unsinn

    An anderer Stelle wurden ja schon Gegenargumente gebracht, auf die aber nie eingegangen wurde. Aber eins wundert mich: Wenn diese Serien so frauenfeindlich sind, wie hier geschrieben, so untragbar und unmodern: Warum verkauft Elbenwald dann Produkte zu den meisten dieser Serien? Ein wenig scheinheilig oder? Scahde das Elbenwald sdurch diesen Blog jetzt versucht Meinungen in eine bestimmte Richtung zu drücken - das man Geschäft und Politik nicht mischen sollte wusste schon J. Cash.
    Ich habe jahrelang unzählige Shirts und Tassen bei euch gekauft.
    Werde jetzt aber wie Justus Jonas, werde ich bei euch nichts mehr kaufen.
    PRIVAT finde ich solche Blogeinträge gut - aber als Aushängeschild einer Ladenkette? Nein danke.

  • Hallo PuS

    Das finde ich ehrlich traurig, dass du eine ganze Website als männerfeindlich bezeichnest, weil ein Blog-Artikel (unter 83) Gleichberechtigung fordert. Denn um nichts anderes ging es hier, als um die Forderung, dass Frauen genauso oft in den Serien das Sagen haben wie die Männer. Das bedeutet nicht, dass sie über ihnen stehen sollen, sondern wie der Begriff es ja schon sagt, ihnen GLEICH sind. Ja, es gibt Gegenbeispiele, aber sie sind in der Unterzahl. Außerdem wollen auch nicht immer alle Frauen nur auf Sitcoms oder explizite Frauenserien zurückgreifen, um einen weiblichen Boss zu sehen.

    Umgekehrt kann die Äußerung von wegen weibliche Kämpferinnen seien unrealistischer Quark durchaus als frauenfeindlich gesehen werden.

    Jetzt komme ich zu dem Punkt, in dem ich dir zustimme: Viele identifizieren sich auf der Leinwand gerne mit dem eigenen Geschlecht. So auch viele Frauen. Kannst du dir nicht vorstellen, dass es einem dann schon bisweilen aufstoßen kann, wenn das eigene Geschlecht hauptsächlich aus Randfiguren oder Untergebenen besteht? Wäre das andersherum, würden sich Männer auch nicht mehr so wohl fühlen. In unserer Zeit ist es nicht mehr üblich, große Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu sehen. Jeder darf so sein, wie er sein will. Und nichts anderes fordere ich von den Serien, dass es für alle Fälle genug Beispiele gibt. Gerade wenn es um die großen Serien geht, die sich jeder gerne anschaut, so auch ich und tausende andere Frauen, wie die besagte Umfrage ergeben hat:

    https://www.elbenwald.de/Blog/SpecialBlog/Die-10-beliebtesten-Serien



  • Sehr aufschlussreicher Artikel

    Ganz offensichtlich haben hier einige die Aussage des Artikels nicht richtig verstanden. Es geht primär um die 9 angesagtesten Serien und ich finde, das hat die Elbenwald-Steffi sehr tiefsinnig beobachtet und hervorragend beschrieben! Meiner Meinung nach ein super Artikel, der nur die Wahrheit kommentiert und an der Reaktion lässt sich erkennen, dass die Verfasserin damit ins Schwarze getroffen hat.

  • Traumfabrik

    Worum geht es hier eigentlich? Ums Fernsehen oder um das reale Leben? Was das reale Leben angeht, habe ich nichts gegen Frauen in Führungspositionen - solange sie dafür geignet sind! Da es so wenige gibt, scheinen nur wenige diese Eignung zu haben. Eine Quotenfrau hat nichts in einer Führungsposition verloren, wenn Frau zu sein die einzige Qualifikation ist. Ja, ja ich weiß schon: die armen Frauen werden ja gemobbt! Aber liebe Frauen: denkt Ihr, daß Männer eine Führungsposition nicht erkämpfen müssen? Und daß Frauen nicht unbedingt die besseren Führer sind, sieht man an unserer Staatsratsvorsitzenden. Ich bin für Gleichberechtigung (und damit gegen den Islam), aber drückt sich Gleichberechtigung nur in der Besetzung von Führungsstellen aus? Genderfuzzies werden jetzt aufschreien, aber kann es sein, daß Männer und Frauen (im Durchschnitt gesehen - Ausnahmen gibt es immer) unterschiedlich gestrickt sind und damit unterschiedliche Ziele und Begabungen haben. Ich sage mal z.B. Kindererziehung: die Mama ist unersetzlich und da das den Fortbestand der Menschheit begründet, kann es nicht unwichtig sein!
    So, und Fernsehen ist ein Geschäft: den Zuschauern wird verkauft was es sehen will: Desperate Housewifes für die Frauen und Rauchende Colts für die Männer. Vielleicht sollen uns nebenbei auch ein paar unnatürliche Geschlechterrollen untergejubelt werden. Ist egel - man muss es sich ja nicht ansehen! Ich mag Game of Thrones und wünsche Daenerys das Beste - es wird nur keine Auswirkung auf mein Leben haben...

  • Toller Beitrag!

    Mir ist das auch schon störend aufgefallen, dass Frauen nach wie vor zu kleine und wenige Rollen in Serien (aber auch vor allem Filmen) einnehmen, obwohl wir doch schon lange die sogenannte Gleichberechtigung in unserer Gesellschaft haben. Komisch dass das von so vielen einfach hingenommen wird oder man meint, das hat doch nichts zu bedeuten. Unterschwellig hat es nämlich sehr wohl was zu bedeuten, schließlich sind Filme und Serien der Spiegel unserer Gesellschaft! Auf jeden Fall ein toller Artikel und großes Danke dafür!

  • Frauen an die Macht!

    Hallo Steffi!

    Wie immer habe ich Deinen Artikel mit großer Freude gelesen. Ich bin nicht nur ein großer Fan deines Schreibstils und lese einfach allgemein gerne die Sachen, die von Dir geschrieben wurden, auch finde ich die Themen die Du auswählst immer wieder unglaublich interessant.

    Du hast mit Deinem Artikel genau ins Schwarze getroffen und auf einen Misstand in der Film und Serien Industrie aufmerksam gemacht, der mich persönlich auch schon sehr sehr lange stört und beschäftigt. Deine Beispiele sind sind sehr passend gewählt, schließlich sind dies die beliebtesten Serien, die somit auch viele Menschen sehen, diese prägen und beeinflussen. Gerade in so großen und erfolgreichen Serien, mit einem so breit gefächerten Publikum sollte es doch eigentlich selbstverständlich sein, auch starke und unabhängige Frauen in die Handlung zu integrieren. Mir hat es übrigens sehr gut gefallen, wie Du es geschafft hast sowohl deinen Standpunkt klar zu machen als auch nicht wertend gegenüber der Qualität der Serie zu sein, ein schwieriger Drahtseilakt der Dir meisterhaft gelungen ist!

    Die Menschen, die sich durch Deinen Artikel so sehr gestört fühlen, dass sie nichts mehr bei Elbenwald kaufen, sich also sich eigentlich nur ihr eigenes Leben mieser machen (denn ich kann mir nicht vorstellen das Elbenwald auf diese zwei Kunden angewiesen ist) oder sogar ganz breitwillig und platt darlegen, dass kämpferische Frauen doch völlig unrealistisch seien, sind doch eigentlich das perfekte realistische Beispiel um deine Aussage zu unterstreichen. Denn hier sieht man wie deren Gedanken und Vorstellungen der Weltordnung bereits durch mediale Einflüsse geformt und beeinflusst wurden.

    Mach weiter so und schreib auch gerne noch mehr kritische Artikel!

    Liebe Grüße, Sandra

  • Liebe Maddalena

    Ich habe auch das Gefühl, dass viele den Artikel nicht wirklich verstanden haben. Also nicht verstanden haben, worum es mir geht. Das ist einfach nur schade.

    Weder wollte ich Männer in irgendeiner Weise einschränken oder schlecht machen, noch die genannten Serien (die selbst zu meinen Lieblingsserien gehören) herabsetzen. Der Punkt ist ganz einfach: Das bestimmende und dominierende Frauenbild hinkt dem Männerbild auf der Leinwand nach wie vor nach und ich hätte gerne etwas mehr Gleichberechtigung. Filme und Serien sind ein guter Anfang, um das Ganze auch in unserer Gesellschaft ins Rollen zu bringen. Denn das sind unsere Vorbilder!

  • Hallo Butterfly

    Genau deine Beobachtung war auch für mich der Anreiz, den Artikel zu schreiben! :-)

  • Sehr schöner Artikel der mir aus dem Herzen spricht

    Also generell halte ich es für geistigen und verbalen "Durchfall" wenn man von einem Artikel der sich damit befasst, ob in Serien oder auch Filmen hauptsächlich Männer den Ton angeben, Rückschlüsse auf eine Männerfeindliche Webseite zieht. Das ist viel zu weit hergeholt, da die Autorin ja nicht sagt es "müssen" weniger Männer die führenden Rollen übernehmen sondern lediglich das Thema hinterfragt, warum so wenige Frauen Position mit mehr Einfluss einnehmen können oder dürfen. Desweiteren sollte man hier NICHT den Fehler machen und dieses Thema das sich mit fiktiven Serien und Filmen befasst auf die "reale" Welt zu beziehen und wieder gleich eine politische "Sonntags-Stammtisch-Debatte" daraus zu machen. Über die Gleichberechtigung der Frauen wurde mittlerweile so viel diskutiert und gesagt, sodass dies hier sicher der falsche Platz dafür ist. Ich für meinen Teil vermisse auch mehr Frauen in Hauptrollen generell, da ich oft Filme nur wegen diesen Personen anschaue (und das OHNE Frauen zum reinen Sex-Objekt zu degradieren). Von Tauriel und Arwen, Black Widow über Ygritte, nicht zu vergessen Harley Quinn und Batgirl, Kahlan Amnell, Selene aus Underworld oder Max Black oder natürlich die beiden Witcher-Cuties Ciri und Triss Merigold. Alle diese Charaktere sind Musterbeispiele für physisch oder psychisch starke Frauen. Von mir aus dürfen solche Rollen ruhig öfters in Serien oder Filmen vorkommen. Und mal ganz ehrlich liebe Männer, wir alle lieben doch "unsere" Mädels. Denn nicht zu letzt besagt ein altes Sprichwort: "Hinter jedem starken Mann steht eine noch stärkere Frau" ;)

  • Liebe Sandra

    Danke für deine ganzen Komplimente! Es freut mich wirklich sehr, dass du schon viel von mir gelesen hast und dir meine Artikel gefallen. Du hast den Beitrag genauso verstanden, wie er auch gemeint war. Ich hatte langsam schon Angst, dass ich an meiner Schreibweise was ändern muss... :-)

    Die Wut-Reaktionen mancher Leute finde ich sehr schade und stimme dir zu, dass sie damit ihr eigenes Leben einschränken, in vielerlei Hinsicht. Ich würde niemals erwarten, dass mein Artikel jedem gefällt, aber daraus so radikale Schlussfolgerungen zu ziehen, war niemals mein Ziel. Auch ich sehe das als ein weiteres Zeichen dafür, dass die Serienwelt unsere Gesellschaft schon in die Richtung manipuliert, dass Frauen nichts zu melden haben und wir nicht einmal unsere Meinung ausdrücken dürfen, ohne dass wir auf grenzenlose Ablehnung stoßen.
    Die gute Nachricht ist, dass es ja immer noch genug Leute gibt, die einem mit Respekt begegnen (egal ob ihnen der Artikel nun gefällt oder nicht.)

  • Lieber Mattze

    Es freut mich, dass es auch Männer gibt, die den Artikel nicht als verbalen Angriff sehen :-)
    Auch ich bin von vielen weiblichen Figuren begeistert, zum Beispiel bin ich selbst ein großer Fan von Harley Quinn! Insgesamt gefallen mir aber meistens die männlichen Figuren besser, was zum Teil eben daran liegt, dass sie einfach wichtiger und entscheidungsfreudiger sind. Jede Ausnahme wird von mir mit einem großen Jubel begrüßt. Dann lasst uns mal zusammen auf weitere Frauenpower auf der Leinwand hoffen!

  • Erst wenn der letzte

    Superheld durch eine Frau ersetzt wurde werden Die Frauen Wohl Glücklich sein.
    Werde mich von diesem Onlineshop fernhalten.

  • Guter Versuch

    Supergirl, Wonder Woman, Black Widow, Elektra, Spider Woman, Seven of Nine und aktuell: Harley Quinn. Die Liste ließe sich wohl beliebig erweitern. Pipi Langstrumpf und Mary Poppins mal ausgenommen. Hier muss man wohl eher der Frage nachgehen, wie die Fangemeinden einzelner Kategorien aufgebaut sind. Und ja, natürlich lässt sich sehr schnell feststellen, dass hier ganz klar das männliche Ego dominiert. Logisch, diese Zielgruppe soll auch angesprochen werden. Ist das schlimm? Nö, finde ich nicht. Wäre das Publikum eher feminin bestimmt, gebe es mit Sicherheit auch ein größeres Spektrum an "Frauen an die Macht" Stories. Sorry, Angebot und Nachfrage bestimmt eine Auflage. Und "Sex & the City" lief ja nun auch nicht so schlecht ;-)

  • Genauer Recherchieren

    Ich bin durchaus dafür, dass es mehr - und vor allem auch gut geschriebene - weibliche Figuren geben sollte. Aaaaber... wären ordentlichere Beispiele für die These nicht besser?
    Es stimmt, keine Frau trägt in Sons of Anarchy eine Kutte (hmm, wäre aber eine interessante Idee für eine ähnliche Serie), aber gerade Jax Mutter ist praktisch die Anführerin des Clubs. Jeder respektiert sie. Und Jax Frau ist natürlich auch ein immer wichtiger werdender Eckpfeiler. Tja, aber um diesen Umstand zu kennen, dafür hätte man die Serie auch gucken müssen... ;)
    Aber genau das ist mein Punkt. Es wirkt leider, als hättest du so ziemlich keine der Serien gesehen, auf die du dich in deiner These beziehst. Das ist sehr schade. So wirkt es leider nicht anders, als ein Bashing, bei einem durchaus sinnvollem Thema.

  • @Traumfabrik

    Was für ein - Entschuldigung - Quatsch, die fehlende Präsenz von Frauen in Führungspositionen damit zu begründen, dass es offenbar zu wenig geeignete Frauen gäbe. Schonmal etwas von der sog. "gläsernen Decke" gehört, an die irgendwann jede Frau, die Karriere machen möchte, stößt - ohne Blick auf ihre Fähigkeiten? Das zeigt sich doch auch, um hier den Bogen zu schlagen, am o.g. Beispiel von Cersei: sie wäre sicher eine fähigere Königin als etwa ihre Söhne, aber das spielt keine Rolle. Und so ist es nun auch mal in der Realität (und ganz unabhängig von fehlplatziertem Merkelbashing und Islamkritik). Es wäre doch wünschenswert, wenn Frauen auch in Blockbuster-Serien eine gewichtigere Rolle einnehmen würden als nur schmückendes Beiwerk zu sein. Ich finde, dass sich hier schon einiges getan hat in den letzten Jahren und dass GoT auf einem ganz guten Weg ist. Hier würde ich mich auch dem Blogbeitrag nicht unbedingt anschließen. Allerdings ist es auch so, dass schon die Buchvorlagen meist recht männerdominiert sind, wie etwa der Herr der Ringe. Aber auch hier gibt es auch andere erfolgreiche Beispiele, etwa die Nebel von Avalon. Ich würde sagen, dass es, bei aller Kritik, eine positive Entwicklung in Hinblick auf Gleichberechtigung von Männern und Frauen in Film und Serien gibt, die sich vielleicht noch nicht die Waage hält, aber auf einem guten Weg ist. Eine Entwicklung, die auch in der Realität wünschenswert wäre...

  • Gute Beobachtung

    Liebe Stefanie,

    deinen Artikel habe ich mit Interesse gelesen und freue mich sehr, dass ihr euch bei Elbenwald an dieses Thema herantraut. Lasst euch von den undifferenzierten Reaktionen einiger schlecht gelaunter Herren nicht entmutigen.
    Ich glaube, es ist heute nach wie vor wichtig, darüber zu sprechen, da meinem Eindruck nach Frauen wie Männer des Themas überdrüssig werden und sich nach den einfachen Sozial- und Kulturschubladen der 1950er Jahre zurücksehnen. Solche, die sich noch Feministinnen und gelegentlich auch (männliche) Feministen nennen, werden dagegen zunehmend radikaler und wittern schon "rape-culture", wenn man nur einmal seine Sprache nicht "gendert" - vergleiche auch die Anmerkungen von Christina Steininger.
    Ich hoffe, dass wir wieder zu einem konstruktiven, toleranten und im Hinblick auf Popkultur auch humorvollen Diskurs über Geschlechterrollen, Gleichberechtigung und den Umgang von Männern und Frauen miteinander zurückkehren können. Ich finde es zum Beispiel sehr geistreich, wie einige Internet-Kommentatoren den von Barbie vermittelten unrealistischen Schönheitsstandards das halbnackte Jungs-Vorbild He-Man an die Seite gestellt haben.

    So, und jetzt sehe ich mich bei euren Produkten um.

    Herzliche Grüße

    Claus

  • Wow....

    Krass, wie sehr man sich hier für die Männer in der Kommentarspalte schämen muss. Steffi, du sprichst hier definitiv die Wahrheit aus, über die ich auch als Mann immer wieder stolpere. Frauen haben definitiv in Serien und auch im Kino oder anderen Medien in den meisten Fällen deutlich weniger zu sagen und spielen auch viel öfter eine untergeordnetere Rolle als die Männer. Das ist einfach so. Und jetzt einfach nur beleidigt ein paar Gegenbeispiele aus dem Ärmel zu ziehen, ändert nichts an der Tatsache. Der Text bezieht sich auf die absoluten Blockbuster Serien, die am erfolgreichsten sind. Und auf alle Serien trifft die Prämisse des Artikels zu. Da hilft auch kein Sex And The City oder Buffy oder ähnliches. Also Steffi, es gibt auf jeden Fall auch Männer, die hinter dir stehen und nicht die Seite meiden, weil eine Autorin ihre Meinung äußert. Das ist einfach nur peinlich. *facepalm*

  • Dafuq?!

    An alle Herren der Schöpfung, die sich hier in latent aggressiver Manier über den Artikel auslassen: Die Welt besteht nun mal nicht nur aus heterosexuellen, weißen Männern. Wer hätte das gedacht?!

  • Guter Denkanstoß

    Liebe Steffi,

    danke für deinen durchdachten und reflektierten Beitrag! Dass sich davon ein paar Herren auf den Schlips getreten fühlen, hat eigentlich so kommen müssen. Irgendjemand mault nämlich immer, wenn es eine Frau wagt, auf ungerechte Behandlung hinzuweisen. Wenn du also darauf aufmerksam machst, dass Frauen on screen vergleichsweise wenig zu melden haben, dann fühlen sich davon halt ein paar Kerle in ihrer Ruhe gestört. Kommentare die enthalten "zwanghaft reingeschrieben" "unlogisch" "überflüssig" usw. sind bis auf ein paar Ausnahmen wohl das Äquivalent zur "Quotenfrau" im echten Leben. Aber ich möchte wetten, dass das mehr mit den Kerlen selbst und ihrem Frauen- und Selbstbild zu tun hat, als mit der Sache auf die du hinweist ;-) Die moderne Welt hört eben nicht vor den Türen eines Fantasy-Ladens auf, surprise, surprise.

    Nur "Sherlock", als Ausnahme, war vielleicht kein so gut gewähltes Beispiel, weil die Geschichte bekanntlich auf einer Vorlage basiert, in der Frauen halt gesellschaftlich zu der Zeit wirklich nicht viel zu melden hatten. Da verstehe ich den Einwand schon auch wieder, dass es dann unorganisch wirkt, im Nachhinein Frauenfiguren einzubauen. ABER: Es kommt darauf an, wann die Geschichte spielt: wird sie im 19. Jh. angesiedelt, dann sehe ich ein, dass in der Serie kaum Frauen vorkommen. Spielt sie aber im 21. Jh., naja, dann hat man das Problem, dass man doch irgendwo Frauen zeigen sollte, weil sich seitdem etwas geändert hat.

    Dasselbe Problem stellt sich auch mit der "Herr der Ringe"-Trilogie und dem "Hobbit", wo Tolkien als Kind seiner Zeit nur männliche Gestalten gefährliche Abenteuer erleben lässt. Kriegerinnen (in der Mehrzahl) waren für ihn wohl einfach nicht vorstellbar. Ich mag die Gefährten und alles, aber für Frauen gibt's wenige Angebote, zu denen wir aufschauen können und sagen "ich will so sein wie..." Arwen? Das Coolste was sie tut, ist Frodo zu retten, Aragorn zu vermissen, sich ihrem Vater zu widersetzen und auf ihre Heirat zu warten. Ist irgendwie ein bisschen wenig zu tun in drei Filmen. Dann gibt's noch Eowyn, die anfangs ein bisschen seltsam und hysterisch rüberkommt. Sie reitet zumindest in eine Schlacht und killt den Hexenkönig von Angmar, das war schon eine coole Aktion. Aber wer will so sein wie sie? Unglücklich verliebt und gefangen, auch immer auf einen Retter wartend, der sie da rausholt? Hm. Peter Jackson und sein Team haben alles getan was sie konnten, um aus den weiblichen Charakteren wenigstens ein bisschen mehr zu machen, als bloß schöne Dekoration.
    Tauriel im "Hobbit" hat mich nicht gestört, weil ich das Buch nicht kannte. Es war eher so ein Moment im Kino, "ach richtig, weibliche Wesen gibt's ja auch noch!", fiel mir bis dahin gar nicht auf, dass noch keins vorgekommen war. Das war eigentlich verstörend daran, dass ich das einfach so hingenommen hatte, weil es sich so normal anfühlte.

    Wahrscheinlich ist das das Problem, nämlich dass es sich für Otto-Normal-Kinogänger und -Serienzuseher (und -innen ;-) so gewohnt anfühlt, immer nur Männer vorgesetzt zu kriegen. Die Lead-Charaktere tun meistens auch viel interessantere und weltbewegendere Dinge und dabei sehe ich ihnen gern zu. Nicht nur das, sie sind auch charakterlich "interessanter" gestaltet. Schaut man eine Frau im Fernsehen an, weil sie interessant ist? Oder doch nur, weil sie gut aussieht ("f*ckable") und zu irgendeinem Protagonisten dazugehört? Kann sie unabhängig von irgendwem existieren? Glauben die Produzenten und Geldgeber, dass mehr Zuschauer einschalten, wenn es um wichtige Personen geht? Wichtig im Sinne von den Berufen, wie sie Männer ausüben z. B. einem Präsidenten Frank Underwood, Naturwissenschaftlern (hard science, MINT-Fächer, nicht so Weichei-Fächer wie Geisteswissenschaften, wo man immer nur diskutiert ;-) wie in der WG um Sheldon und Leonard oder dem Chemielehrer Walter White, Polizisten, Profilern, Ermittlern, Ärzten, Verbrechern, etc.pp. Oder sind die Geldgeber einfach nur betriebsblind, weil auf dieser Geschäftsebene so wenig Frauen sind? Wer spontan eine berühmte und einflussreiche Hollywood-Filmproduzentin nennen kann, hebe bitte die Hand...

    Im Schreiben merke ich auch, dass Superhelden-Geschichten auch aus einer anderen Zeit stammen, als aus dem 21. Jahrhundert. Superman z. B. ist in den 1930er Jahren entstanden, also ebenfalls zu einer Zeit, wo Frauen eine traditionelle Rolle hatten. Mit den ganzen Reboots wiederholt man eigentlich ständig das gesellschaftliche Bild jener Zeit, ist das schon mal jemandem aufgefallen? Nämlich dass Frauen gerettet und beschützt werden müssen und solche Dinge. Was wiederum gut zum konservativen Zeitgeist passt, wie er in den USA derzeit weht.

    Ich schätze, das Frauenbild ist in Filmen und Serien schon ein eigenes, was noch mehr für US-Produktionen gilt. Alles kreist dort extrem ums Thema Haus, Heiraten, Familie, Ehe, Kinder,... Langweilig! Und wer allein lebt und gut aussieht, ist irgendwie gestört, z. B. Carrie Mathis in "Homeland". Sie kümmert sich um die nationale Sicherheit, aber irgendwo gibt's das drehbuchgemäße Bedürfnis, sie mit jemandem zu verkuppeln. Mit einer Singlefrau kann ja wohl etwas nicht stimmen, oder? Komödien z. B. investieren geraume Zeit in die Paarfindung und wenn nicht, dann muss selbst in "Ted" am Schluss geheiratet werden. Keine Frau darf jemals "übrig" bleiben, den Männern wird's noch eher nachgesehen, bei denen ist's ja lustig...

    Auch habe ich "Sex and the City" gesehen, mag's sogar ganz gern, aber manche Dinge kann ich daran nicht leiden. Es ist wirklich wahr, dass die Gespräche der Frauen fast nur um Männer kreisen, jedoch ist das im Konzept der Serie glaube ich beabsichtigt. Ich kann mir einreden, dass die Frauen sonst ja etwas Wertvolles tun, beruflich engagiert sind und Hobbies haben, die halt in diesem Zusammenhang irrelevant sind, weil es nur um Beziehungen gehen soll. Sehen wird deshalb Anwältin Miranda niemals im Gerichtssaal und erfahren nie etwas über ihre größten Fälle? Oder Carrie in einer Redaktionskonferenz mit Kolleginnen, wo sie sich einbringt?
    Dass dann jede am Ende ihren "Deckel" finden MUSS, obwohl darin das Singleleben zelebriert und als selbstverständlich gezeigt wird, ist befremdlich. Sind US-Amerikanerinnen wirklich so fixiert darauf, die große Liebe zu finden, dass sie diesem Ziel alles andere unterordnen oder denken die Drehbuchautoren, sie wären so? Liebe ist schön und gut, aber so zu tun, als gäbe es nichts anderes auf der Welt, das Frauen anstreben (sollen), ist ein bisschen wenig. Und ich denke, das ist das, was an Frauen in Serien häufig nervt, diese Beziehungsbesessenheit und dass es das Klischee verlangt, dass sie viel reden und shoppen müssen.

    Eine Figur wie die wortkarge Hackerin Lisbeth Salander aus der Millennium-Trilogie zu kreieren, die auf solche Dinge einfach sch***t, kann wohl deshalb auch nur in Schweden funktionieren... Lisbeth vor dem Traualtar? Undenkbar. (Das US-Remake war allerdings schon wieder sehr grenzwertig, indem es z. B. Blomqvist eine Tochter beifügt - wozu wird das gezeigt? Wen interessiert's, dass er was mit seiner Kollegin hat? Für die Geschichte ist es völlig irrelevant.) Auch sie ist allein und seelisch kaputt, andererseits intelligent, mutig und gut in dem was sie tut. Sie hat ihren eigenständigen Wert als Einzelperson, das gefällt mir an ihr. Sie ist nur das völlig andere Extrem. Die Wahrheit muss dann irgendwo in der Mitte liegen...

    Wenn jetzt mehr Frauen gezeigt würden, die etwas auf dem Kasten haben, sich nicht ausschließlich und ständig über ihre Familie und ihren Beziehungsstatus definieren (mal ehrlich, ist in "GOT" doch auch so, kein Wunder dass Brienne auffällt!), in einer Umgebung sind, in der sie sich frei bewegen können, ganz selbstverständlich allein leben dürfen und dabei völlig normal und geistig gesund sein dürfen, dann würde ich mir das sehr gern ansehen. Viel lieber als das neueste Spiderman-Aufguss-Reboot-Remake oder den x-ten ausgelutschten Rom-Com-Rotz.
    :-) lg

  • ist denn das Geschlecht tatsächlich so einfach austauschbar?

    Von den meisten Serien kenne ich nur The Walking Dead und Breaking Bad, also beschränke ich mich darauf: Die Chemielehrerin Skyler Walt ist an Lungenkrebs erkrankt und leidet zudem an einer Midlife Crisis. Um ihre Familie zu versorgen, beginnt sie, mit ihrer ehemaligen Schülerin Jessie Pinkman Chrystal Meth herzustellen. Unglücklicherweise ist ihre Schwester Marie Schrader eine sehr engagierte DEA-Agentin und ihr bald auf den Fersen.
    Leider kann ich mir die Handlung der Serie mit diesem Cast nicht vorstellen. Wie hätte jemand wie Tuco wohl auf geballten Frauenpower reagiert? Hätte er Jessie Pinkman so brutal zusammen geschlagen wie Jesse Pinkman seinerzeit, und wäre Skyler dann voller Wut in sein Büro marschiert, um es in die Luft zu jagen wie damals "Heisenberg?" Würde Skyler mit diesem Hut und der Sonnenbrille nicht irgendwie lächerlich?
    Wäre es realistisch, dass Walter White irgendwann Angst vor seiner Frau bekommt, die zu Mrs. Heisenberg mutiert und offenbar zu allem fähig ist? Wäre der Ausspruch von Skyler "I am the danger. I am the one who knocks!" ebenso bedrohlich wie damals von Walt?
    Das sind nur einige Beispiele.
    Vielleicht funktionieren manche Serien einfach nur mit einem männerdominierten Cast, wenn es maßgeblich um männerdominierte Bereiche geht - wie in diesem Fall Drogenhandel. Oder man muss eine komplett andere Geschichte erzählen, wie in "Weeds." "Daughters of anarchy" suggerien eben eine ganz andere Geschichte als "Sons of Anarchy."
    Und was the Walking Dead angeht, fand ich die "Wäsche waschenden Frauen" in Staffel 1 nicht unbedingt spannend, aber leider auch ein Stück weit realistisch. Die Entwicklung von Andrea in Staffel 2 hat mich sehr gefreut, aber Michonne in Staffel 3 war mir leider zu überzogen und comic-haft.