How to: Silberschmuck richtig reinigen

Silberschmuck reinigen

Was hat sich Aragorn gefreut, als ihm der Abendstern geschenkt wurde. Ist ja auch verständlich, das Schmuckstück ist nicht nur ein Symbol der Liebe sondern funkelt auch so schön. Entsprechend freut sich jeder (insbesondere die Damen), wenn ihnen ein solcher Abendstern geschenkt wird. Doch mit der Zeit verliert der prachtvolle Anhänger an Glanz und verfärbt sich immer dunkler, als wäre er in der Schlacht um Helms Klamm gewesen (und zwar auf der Verliererseite). Woran liegt das? Ganz einfach: Der Abendstern besteht aus Silber, wie die meisten Schmuckstücke aus dem Elbenwald. Und Silber läuft mit der Zeit einfach an, dagegen kann man nichts machen. Moment! Klar kann man was dagegen machen! Was genau, das lest ihr in den folgenden Zeilen.

Wissenswertes über Silber

Kenner wissen, dass sich Sterling Silber (925) aus 925 Silberteilen zusammensetzt, allerdings auch aus 75 Teilen Kupfer. Das muss auch so sein, weil Kupfer dem Silber den nötigen Härtegrad verleiht, damit es sich überhaupt verarbeiten lässt; reines Silber wäre schlicht zu weich. Der Schmuck ist jedoch nickelfrei und lässt sich vom Kupfer auch nicht den Glanz nehmen.

Eine typische Eigenheit von Silber ist, sich bei längerer Nichtbeachtung im wahrsten Sinne des Wortes schwarz zu ärgern. Oder chemisch ausgedrückt: Mit der Zeit oxidiert Silber und läuft an, wird also gelblicher oder in Extremfällen sogar schwarz. Das hängt damit zusammen, dass Schwefel oder Schwefelverbindungen das Metall angreifen und das hierbei entstehende Silbersulfid der Schmuckoberfläche den Glanz nimmt. Die schlechte Nachricht: Spuren von Schwefel existieren quasi überall, in der Luft, in Autoabgasen, in einigen Kosmetika…

Die Luft abdrehen und nicht verätzen

Ring

Mit dieser Info ausgestattet geht’s direkt zum wichtigsten Praxistipp: Wenn ihr euren Silberschmuck gerade nicht benötigt, solltet ihr ihn soweit möglich von Sauerstoff fernhalten und luftdicht verschlossen aufbewahren. Ein selbstbezogenes Beispiel: Der Silberschmuck von Elbenwald ist in den allermeisten Fällen in einem zusätzlichen Folienbeutel verpackt. In diesen Beutel könnt ihr euer Schmuckstück immer dann verstauen, wenn ihr ihn nicht um den Hals oder am Finger tragt. Beachtet nur, dass der Oxidationsprozess dadurch nur deutlich verlangsamt, nicht aber gestoppt wird. Und noch eine Info am Rande, die sich eigentlich von selbst versteht: In Chlor- oder salzige Meerwasser sollte man seinen Silberschmuck auch nicht mitnehmen.

Auch auf Säuren reagiert Silber insofern, dass es sich verfärbt. Hä? Was meinen die denn jetzt mit Säuren? Gemeint sind Bestandteile, die sich häufig in Parfüm oder irgendwelchen Cremes befinden – und auf der Haut selbst. Denn manch menschlicher Körper verträgt sich einfach nicht mit Silberschmuck, was entweder zur Folge hat, dass der Schmuck schwarz oder die Körperstelle, an der er getragen wurde, leicht grünlich wird. Bisweilen können auch hormonelle Veränderungen auf den Silberschmuck einwirken, so dass zum Beispiel die Kette plötzlich anläuft, die man davor jahrelang problemlos tragen konnte.

Empfehlung der Drogerie

Um angelaufenes Silber wieder zum Strahlen zu bringen, empfehlen Händler gerne das Silberpoliertuch. Es ist in jedem Drogeriemarkt erhältlich und behält in einer Plastiktüte aufbewahrt lange seine Wirksamkeit. Glatte Oberflächen aus Silber, die noch nicht allzu verunreinigt sind, lassen sich damit ohne Probleme wieder blank polieren. Schwieriger wird’s, wenn das eigene Schmuckstück schwer zugängliche Stellen hat, wie es bei unserem Elbenschmuck fast immer der Fall ist. Dafür gibt es das Silberputzbad, das auch bei glattem aber stark verschmutztem Silber wahre Wunder wirken kann. Hier taucht ihr das Silber einfach in das Bad ein – etwas länger bei stark angegriffenem Silber –, spült es nach Anwendung ab und trocknet das Ganze gründlich.

Diese chemische Reinigung hat aber einen großen Nachteil: Hier wird der äußere Belag durch eine chemische Reaktion abgetragen. Ergo wird zwar der Silbersulfidbelag entfernt, aber auch das Silber selbst! Ein zu häufiger Einsatz dieser Mittelchen kann dem Schmuck unter Umständen also schaden.

Empfehlung von Oma oder Mutti

Alufolie

Wenn ihr Omi fragt, wie ihr euren Silberschmuck wieder zum Glänzen bringt, wird sie euch erstaunliche Tipps um die Ohren hauen. Da wäre zum Beispiel der Radiergummi, mit dem ihr vorsichtig über den Schmuck polieren sollt. Das funktioniert aber nur, wenn euer Schmuckstück sehr wenig angelaufen ist. Auch Zahnpasta ist ein beliebtes Mittelchen. Man gibt einfach ein wenig Paste auf den entsprechenden Schmuck, lässt diese kurz einwirken, spült sie dann mit kaltem Wasser ab und trocknet anschließend den Schmuck mit einem weichen Tuch. Riecht übrigens auch ganz nett … Backpulver hat sich ebenfalls schon oft bewährt. Hier wird der Schmuck mit Backpulver und einem nassen Bürstchen eingerieben und nach ein paar Minuten mit Wasser abgespült.

Wirklich einig wird sich ein Chemielehrer mit eurer Oma allerdings nur bei dieser Methode: Man lege den Silberschmuck in einem Behälter zwischen gekräuselte Alufolie, schütte einen Teelöffel Speisesalz darüber und übergieße das Ganze mit heißem Wasser. Je nach Verschmutzung dauert der Säuberungsprozess ein paar Minuten. (Es klappt auch mit kaltem Wasser, dauert aber länger.) Im Gegensatz zur Reinigung im Silberbad wird der Silbersulfidbelag nicht einfach abgetragen sondern elektrochemisch wieder zu Silber reduziert. Zu lange darf das Silber aber nicht in der Lösung bleiben. Die durch das Aluminium entstehenden Elektronen lösen zwar die Bindung mit dem Schwefel wieder auf, aber das Aluminium kann nur begrenzt Elektronen abgeben. Soll heißen, die Reaktion kommt nach gewisser Zeit zum Erliegen, was wiederum zu unangenehmen Niederschlägen auf dem Silber führen kann.

Und apropos Niederschlag: sogar Aragorn findet zwischen den Kämpfen mal Zeit, um sein Schwert zu putzen oder auch den Abendstern. Es ist also ganz einfach. Wer seinen Silberschmuck regelmäßig pflegt, wird sich noch lange daran erfreuen.

Reinigung

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