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Doctor Who – Der neue Doctor ist eine Frau!

Doctor Who Staffel 11

(Copyright: BBC Studios 2018)

Seit mehr als einem halben Jahrhundert ist Doctor Who ein wichtiger Bestandteil britischer Fernsehkultur. Denn bereits seit den Sechzigern genießt die Sci-Fi-Serie rund um den mysteriösen Zeitreisenden, der sich nur „der Doctor“ nennt, äußerste Beliebtheit. 2005 katapultierte der britische Sender BBC den Doctor und seine TARDIS in ein neues Zeitalter mit zahlreichen Welten und Dimensionen, aber auch mit alten Bekannten.

Doch zunächst eine kurze Geschichte der Zeit…

Wir schreiben das Jahr 2017. Um genau zu sein, den 16. Juli. Und etwas Großes steht bevor: Die Bekanntgabe des neuen Doctors. Der spannendste Augenblick in meinem Leben als Whovian. Nachdem ich mich schmerzlich von meinem geliebten, einzig wahren und unübertroffenen Doctor verabschiedet habe, ist es Zeit für eine neue Ära. Bald muss ich mich an ein neues Gesicht gewöhnen. An einen neuen Doctor, neue Begleiter und eine umdekorierte TARDIS. Nur die Tarnung der legendären Zeitmaschine ist alles was bleibt – die vertraute blaue Polizeibox!

It’s a Girl!

Doch mit der Ankündigung des inzwischen 13. Doctors fühlte es sich jedoch so an, als hätte es eine Riesen-Erschütterung im Whoniverse gegeben: Der neue Doctor ist eine Frau? Was, warum und wie ist das überhaupt möglich?
Ein neuer Doctor sorgt immer für Aufregung und kritische Reaktionen. Das ist ein Verhaltensschema, das sich unter uns Whovians so etabliert hat. Auch Matt Smith (11. Doctor) hatte es nach David Tennant (10. Doctor) schwer und erst recht, als ein wesentlich älterer Peter Capaldi mit grauem Haar die Rolle des 12. Doctors übernahm, war die Kritik durchwachsen. Und doch war einer genialer als der andere.

Jodie Whittaker als 13. Doctor

Zu einem neuen Doctor gehört natürlich auch ein neuer Schallschraubenzieher! (Copyright: BBC Studios 2018)

Und dann kam das Internet…

Dieses Mal hatten mich die Kommentare unter den Bekanntgaben auf Facebook, YouTube und Co. erschüttert. Nicht nur prophezeiten einige (wohl ehemalige) Fans das Ende der Serie aufgrund der weiblichen Besetzung: „Eure Marke stirbt. Danke, dass ihr euch dem Feminismus-Trend und der Politik unterwerft und so eine der besten Serien aller Zeiten ruiniert.“, lautete einer der vielen Kommentare auf Facebook. Unter anderem wurde die Trauer um den Verlust des männlichen Vorbildes bekundet. Ich bin keine Verfechterin des radikalen Feminismus, aber bei den Kommentaren dröhnten einige Dalek-Stimmen in meinem Kopf.
Persönlich hatte ich nie ernsthaft über eine weibliche Verkörperung des Doctors nachgedacht. Das liegt nicht unbedingt daran, dass ich nicht glaube, dass der Doctor eine Frau sein könnte. Doch bisher haben immer nur Männer die Rolle meines liebsten Weltenretters übernommen und das hat sich eben so etabliert. Durchaus begeistert war ich aber von der weiblichen Inkarnation des Masters, einer der größten Gegenspieler des Doctors und ebenfalls ein Time Lord. Und der war als „Missy“ in der 10. Staffel einfach nur der Wahnsinn!

Missyn als Master und der 12. Doctor

Als Missy machte der Master eine ziemlich gute Figur und sorgte für einige unvergessliche Momente. (Copyright: Adrian Rogers/BBC)

Was ist schon unmöglich?

Ob Mann, Frau, jung oder alt: Bei Doctor Who war doch eigentlich noch nie etwas unmöglich. Der Doctor selbst ist ein humanoides Alien, ein Time Lord vom Planeten Gallifrey, der mit einer Zeitmaschine durch Raum und Zeit reist und die Welt vor Daleks, Cybermen, weinenden Engeln und Co. rettet. Neben einigen weiteren biologischen Besonderheiten hat er zwei Herzen und durchlebt jetzt seine 14. Reinkarnation. (Ich hoffe, ich habe richtig gezählt.)
Doctor Who lebt von einer gewissen Eigendynamik. Mir gefiel schon immer die Mischung aus Gewöhnlichem und Unkonventionellem an der Serie. Science-Fiction, die in der Alltagswelt spielt und ein eigensinniger Weltenretter, der sich auf die feine englische Art frei von den gewöhnlichen Superhelden-Klischees macht. Als Held muss der Doctor sich meistens erst mal beweisen, denn nicht selten wird er als verrückt abgestempelt. Seine irdischen Begleiter hingegen führen meist ein recht normales Leben und versuchen ihren Platz in der Gesellschaft zu finden, bis der Doctor alles durcheinanderbringt. Die gemeinsamen Abenteuer entwickeln sowohl die Begleiter als auch den Doctor immer weiter, auch wenn manchmal ein paar Rettungsaktionen nötig sind.

Ryan Sinclair, der Doctor, Graham O'Brien, Yasmin Khan

Ein starkes Team bilden Ryan Sinclair (Tosin Cole), der Doctor (Jodie Whittaker), Graham O’Brien (Bradley Walsh) und Yasmin Khan (Mandip Gill). (Copyright: BBC America/Sophie Mutevelian)

Neben der ganzen Wibbly-Wobbly-Timey-Wimey Geschichte geht es um viel mehr als um Geschlechterrollen. Vielmehr stehen Freundschaft, Verständnis und Toleranz mit einem gewissen Übermaß an Witz im Vordergrund. Umso neugieriger bin ich natürlich darauf, wie sich die Serie mit einer weiblichen Verkörperung und gleich drei neuen Begleitern entwickelt, für die ich übrigens schon Feuer und Flamme bin. Ich denke nicht, dass etwas vom Zauber der Serie durch die weibliche Rolle des Doctors leiden wird. Die Teaser wirken bunter, besser und detailreicher produziert als je zuvor und ich kann mir vorstellen, dass durch den neuen Stil auch ein neues Publikum die Serie für sich entdeckt. Das lässt mein Sci-Fi-Herz natürlich höherschlagen.

Es ist an der Zeit…

Und jetzt ist es endlich soweit! Die neue Staffel läuft seit dem 7. Oktober im BBC an. Doch für uns deutsche Fans ist es gar nicht so einfach, die aktuellen Staffeln in Deutschland zu schauen. Netflix streamt aktuell nur bis zur 9. Staffel, Maxdome dafür so aktuell wie möglich. Was in Großbritannien das Abendprogramm füllt, darauf müssen wir deutschen Whovians sehnsüchtig hoffen und warten. Zumindest sorgt ein öffentlich-rechtlicher Sender dafür, dass die 10. Staffel erstmals im deutschen Fernsehen läuft. So ist bei mir jeden Dienstagabend zum Doctor Who Abend geworden.
Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, was die neuen Folgen mit sich bringen und wie die Reaktionen dann ausfallen. Auch wenn ich wie immer mit etwas Wehmut auf meine Lieblingsstaffeln zurückblicke, war das Ende bei Doctor Who auch immer der Anfang von etwas Neuem und Kreativem. Deswegen denke ich mir jedes Mal: „Ohne die nächste Regeneration hätten wir das Beste verpasst!“

Jetzt übergebe ich das Wort an euch. Was denkt ihr? Wird die Neubesetzung des Doctors die Serie grundsätzlich verändern?

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  • Skeptisch und Neugierig

    Also um meine Meinung kurz zusammenzufassen: Ich bin neugierig auf sie und ich hoffe, dass am Anfang nicht irgendwelche Dinge passieren wie "Ich bin jetzt weiblich und deswegen besser als alles zuvor". Muss nur warten, bis ich die Folgen gucken kann, bevor ich da irgendein Urteil fälle.

    Das mit der Vorbildfunktion finde ich aber auch nicht unwichtig. Zumindest war es in dieser Serie einer der wenigen männlichen Figuren, die die Probleme nicht gleich mit Gewalt lösen wollten. Das das jetzt weg ist, finde ich schon schade.

  • Puh

    Ich weiß ehrlich gesagt noch nicht, was ich von einem weiblichen Doctor halten soll.
    Ich finde zum einen, dass sie definitiv gut rüber kommt und nichts vom Doctor-Charme verloren hat, allerdings geht irgendwie eine Ära zuende (was wiederum passt, da es seit Peter Capaldi ein ganz neuer Regenerationszyklus ist).

    Sie ist übrigens, eigentlich, die 15. Regeneration, da der 10. Doctor (David Tennant) einmal nicht komplett regeneriert ist und sein Aussehen behalten hat.

    Allerdings finde ich den Zeitpunkt mit der Wahl eines weiblichen Doctors doof, so macht es wirklich den Eindruck, dass die Macher sich dieser Gender-Politik usw beugen. Denke wenn erst die nächste Regeneration weiblich wäre, hätte es nicht so einen Aufschrei gegeben.

    Auch stelle ich mir die Übersetzung jetzt schwierig vor...es war immer DER Doctor, wird es jetzt DIE Doctor oder gar DIE Doctorin? Das klingt merkwürdig.

    Alles in allem bin ich sehr gespannt und kann es kaum erwarten!

  • Wird schon werden

    Ich selbst war skeptisch ob der Wahl von Whitaker. Nicht weil sie eine Frau ist, aber aufgrund ihrer Leistung in Broadchurch. Mir war sie da ein bisschen zu nervig. Ich hätte mir für den Doctor eher jemanden wie Olivia Coleman gewünscht.
    Die erste Folge die ich mit ihr nun gesehen habe war in Ordnung. Jetzt nicht so ein Kracher wie bei Ten oder Eleven, aber solide, wie damals bei Eccleston. Natürlich ist die Skepsis immer gegeben, und bei diesem Geschlechterwechsel nun ein wenig lauter als vorher. Aber, wie sagte schon der sechste Doctor: "Change, my dear, and not a moment too soon."

  • Gespannt

    Moin,
    ich bin auf den Doktor gespannt, egal ob Mann oder Frau. In den Kommentaren wird die Betitelung des Doktors erwähnt (Doktorin, die Doktor, usw. ). Ich denke, hier ist es sinnvoll bei „der Doktor“ zu bleiben. Das würde auch gleich zeigen, dass es nicht um den „Feminismustrend“ geht.
    Das Geschlecht sollte so eine Diskussion einfach nicht auslösen, ist halt Quatsch. Sowohl Mann als auch Frau können „der Doktor“ sein, es gilt nur die Leistung der Besetzung abzuwarten.